12. Juni 2014
Wieder ein Beitrag, dessen Titelinhalt nur eine Nebenrolle spielt. Denn die Nolde-Ausstellung war schon interessant, ja.
Aber verzaubert haben mich diese zwei Süßen, die, eine an der Hand der Mutter und eine an der Hand der Mutter der Mutter (um das Wort „Großmutter“ zu vermeiden, denn „Großmutter“ weckt bei mir Assoziationen, die nichts mit der Frau zu tun haben, die mit ihrer Enkelin durch die Abteilung „Moderne Kunst“ des Städel lief). Alle vier mit wachem Blick und strahlenden Augen. Die größere der beiden ließ sich die Begleittexte auf Englisch vorlesen, und lauschte aufmerksam den Erklärungen ihrer Mutter ob der manchmal doch merkwürdigen Kunstwerke, wie das Bild von Ad Reinhardt, der in seiner späteren Schaffensphase ausschließlich schwarze Bilder malte.
Mir war das zu schwarz und zu abstrakt, und die zwei Mädchen in ihren wunderschönen bunten Kleidern und ihren feschen Hüten ein starker Kontrast dazu, den ich doch gerne fotografiert hätte. So fasste ich mir ein Herz und fragte Mutter und Tochter, ob sie sich fotografieren ließen – und jippieh! sie sagten spontan ja, was mich sehr freute. Nicht mehr selbstverständlich in der heutigen Zeit. Und je mehr mich jemand fasziniert, desto herber trifft mich dann eine Absage. Aber hier und heute waren alle vier dabei und so konnte ich mal wieder ein Bild machen, von dem ich ganz begeistert bin und was mich mit Sicherheit noch lange begleiten wird; sei es in der Erinnerung wie es entstanden ist, sei es als Foto an der Wand.

