Eine Woche Düsseldorf und neue Gedanken

Weil mir meine Freundin gerade geschrieben hat, dass sie meinen kompletten Blog gelesen hat, und weil ich deswegen auch noch mal meinen kompletten Blog gelesen habe, und weil ich dadurch meine, das Leben betreffenden hellseherischen Fähigkeiten in früheren Einträgen erkannt habe, und weil ich schon so lange nichts mehr geschrieben habe und weil es so gut zu dem letzten Eintrag passt, wenn auch diesmal mit umgekehrten Inhalt, und weil es Facebook und neue Gedanken gibt, gibt es jetzt mal einen kurzen Eintrag ohne Bebilderung.

Diesmal bin ich nur eine Woche in Düsseldorf und es kommt mir, anders als im vorigen Blogeintrag vom Mai 2010, entsetzlich lang vor. Denn kurz nachdem ich Fahrt im Dezember terminiert und das Bahnticket gebucht hatte, habe ich mich – pling – neu verliebt. Das finde ich äußerst erfreulich, traf es mich doch zu einem Zeitpunkt, an dem ich gar nicht damit gerechnet hatte. Aber so ist wohl immer: Wenn man sucht, klappt es nicht, aber erwartet man nichts, erwischt es einen total… Und es beflügelt einen (mich), so dass man (ich) sogar m(s)einen schon scheintoten Blog wieder reaktiviert(e).

Allerdings beruht die Vernachlässigung des Blogs zum Teil auch auf Facebook, wo die Kommunikation eben sehr viel profaner und dadurch schneller ist, reicht es doch schon, wenn mir etwas gefällt, auf einen Buttom zu klicken, der „Gefällt mir“ heisst. Und weil ja auch Facebook weiß, dass einem etwas nicht ständig gefällt, verwandelt sich der Buttom „Gefällt mir“, nachdem man ihn gedrückt hat, in einen „Gefällt mir nicht mehr“-Buttom, den man, wenn es einem nicht mehr gefällt, drücken sollte. Zwar kann man auch bei Facebook etwas mit eigenen Worten kommentieren, jedoch dürfen die Beiträge nicht zu lang sein, mir ist es schon öfter passiert, dass Facebook mir signalisiert hat, dass ich zu viele Worte verwendet habe. Ich musste meinen Text kürzen. Kann mir hier nicht passieren. Auf der anderen Seite habe ich bei Facebook viel mehr „Freunde“ als hier, wobei ich angesichts der geringen Zahl der Blogfreunde die Karteileichen noch nichtmal entfernt habe… Man gewinnt schnell neue Freunde bei Facebook, bei mir sind es mittlerweile 103, wobei K. (der diskret verkürzte Name meiner Freundin) meint, dass auch ich der Facebook-Freunde-Sammel-Leidenschaft zum Opfer gefallen bin, was ich natürlich bestreite 😉

Nun, mittlerweile konnte ich mich in Berlin beruflich etwas stärker etablieren. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber Weg scheint nach oben zu führen. Die fahrerei nach Düsseldorf hat sich reduziert, die Tochter, mittlerweile 17,5, kommt lieber nach Berlin, als dass sie mich in Düsseldorf empfängt. Und meine Sehnsucht nach Düsseldorf, der geneigte Leser meines Blogs möge sich erinnern, war schon seit jeher unterentwickelt.

Meine, in Düsseldorf bei meinem Nachmieter verbliebene Katze leidet mittlerweile an Altersgebrechen, so dass ihre Tage, nach 18 schönen Lebensjahren, wohl gezählt sind. Noch geht es ihr leidlich gut, aber der stark humpelnde Gang und die täglich ca. 20-stündige Schlafenszeit lassen erahnen, dass die Knochen mürbe sind, und die Energie gering.

Naja, soviel mal für heute, zum Wiedereinstieg. Letztes Jahr um diese Zeit habe ich hier von meinem Vorsatz geschrieben, hier wieder mehr zu schreiben, bzw. im anderen Blog mehr Fotos reinzusetzen. Iljos bleibt da ja mein leuchtendes Vorbild, was Kontinuität und Qualität in Sachen Fotoblog anbelangt. Dieses Jahr habe ich keine Vorsätze getroffen, vielleicht klappt’s ja dann besser 😉

Euch ein gutes neues Jahr und viele schöne Erlebnisse!

Kommentare

6 Kommentare zu „Eine Woche Düsseldorf und neue Gedanken“

  1. Avatar von sienna77

    Na, das ist aber eine freudige Überraschung :)!

    Schön, dich wieder mal zu lesen … und schön zu lesen, dass Du frisch verliebt bist! Viel Glück!

    LG

    Siegi

    1. Avatar von DomEcke

      Ja – niemals geht man so ganz 😉 Danke!

  2. Avatar von micha el

    ja hab ich es doch schon immer vermutet, ich hänge mit meinen emails samt viel attäschment (siehe attachement theory) hoffnunglos den zeitläuften hinterher. du verabschiedest dich vom blog und siedelst nach facebook über, während ich diesen schritt zum autobiographen im internet noch nicht geschafft habe, und deswegen wohl kaum noch ‚freunde‘ habe. wie man der länge dieses kommentar sieht ist begreiflich, warum ich so der zeitund meinen freunden so hinterherhänge. Und jetzt läßt auch du mich auf dem ddorf zurück, samt achtzehnjähriger katze, und 17,5 tochter, ohne mich namentlich auch nur einmal zu erwähnen. aber weißt du dominique nicht nur emails, blogs und ddorf ist out, auch fotografie ist megaout, schon länger, und auch der zeitgeist weht seit einiger zeit nicht mehr in berlin… na ja kein wunder, dass ich meine tochter, auf keinem kanal mehr erreiche, sehr wahrscheinlich hat sie selbst schon twitter hinter sich gelassen … und bewegt sich schon in the next generation of media … irgendwas mit kurznachrichten mit einem aignerischen verfallsdatum … ist ja vielleicht auch zu peinlich, wenn nicht nur zukünftige arbeitgeber sondern auch freundinnen, die da noch kommen mögen, einen einen alten blog unter die nase halten können… (weniger wegen dem inhalt, den zu lesen hat sowieso keiner zeit mehr, aber es ist dann doch peinlich, auf welchen outdated media man es damals noch getrieben hat …)
    um mit marshall mcluhan zu sprechen, ‚the media is the massage‘ und dieser buchtitel war auch nur ein druckfehler, ab diese zeiten sind nun wirklich längst vorbei am ende der gutenberg galaxis…. sher wahrscheinlich wir auch dieser kommentar automatisch auf die zulässige zeichenzahl zurecht gestutzt, liest ja sowieso kein schwein, unterbricht den fluß…
    m.ich.a aus salvador de bahia de todos os santos, dem schwarzen rom, der ‚ewigen‘ stadt
    m.ich.a
    ps die veröffentlichung dieses kommentars wurde abglehnt, weil mein name zwei pnnkte enthält, schick ich es eben als email wie gehabt ins nirwana, war sowieso eher an mich gerichtet…

    1. Avatar von DomEcke

      Na, das der Zeitgeist nicht mehr in Berlin spukt bestreite ich auf das heftigste. Und das ich dich auf dem Dorf zurücklasse auch… Eher umgekehrt – ich sitze ohne dich in der großen Hauptstadt 😉 Aber wir haben ja die moderne Kommunikation, die reicht sogar bis nach Brazil!

  3. Avatar von karolinhro

    Wie schön, ein neuer Eintrag, da habe ich gleich was zum weiterlesen gehabt 😉

    Mutato nomine de te fabula narratur (horaz)

  4. Avatar von iljos

    erstmal danke, lieber Dominique, dein Lob freut mich sehr !
    Und ebensosehr freut mich, was ich da von dir lese,- wie schön !

    Herzlichen Gruß nach Berlin
    Gisela

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