30. April 2014
Ich grüße alle meine ach so zahlreichen Blogfreunde und -leser. Besonders natürlich die unermüdliche Iljos. Du hast ja offenbar eine Leidenschaft gefunden, die keine Leiden schafft, sondern nur Freude. Zum erneuten Male meine Hochachtung vor der Beständigkeit deiner fotografischen Arbeit!

Ich melde mich hier mal wieder zu Wort, zum einen weil eine liebe alte neue Freundin konsequente Facebook-Verweigerin ist aber dennoch bereit war – mit einem tiefen Seufzer – sich auf FB anzumelden, um die von mir in die Welt gesetzten Neuigkeiten mitlesen zu können, woraufhin ich ihr allerdings sagte, dass sich das kaum lohnen würde, denn mit der Anzahl der „Freunde“ steigt auch die Inhaltslosigkeit der Postings.
Ein weiterer Grund liegt darin, dass über die Jahre gesehen schon so etwas wie ein (löchriges) Tagebuch entsteht, und auch – oder gerade – ich selbst lese dann gerne (oder auch mal weniger gerne) die ein oder andere Begebenheit erneut. Dann macht es auch nicht viel aus, wenn man nicht das große Publikum erreicht, denn Einträge, die man auf Facebook macht verschwinden im Netznirvana.
Und der dritte Grund ist der, dass ich mich auf Ahnenforschung begebe und meiner Familie gut auf diese Adresse verweisen kann, dass sie dort bei Interesse an neuen Erkenntnissen teilhaben können.

Ein bißchen feile ich noch am Layout, ich habe die Spalte für die Fotos etwas breiter gemacht, aber die Fotos noch nicht, deswegen sieht es noch nicht so aus, wie ich es gerne hätte, das kommt dann peu á peu.
Erste Erkenntnisse in Sachen Ahnenforschung gibt es schon, denn schon mein Großvater, 1920 gestorben, hatte wohl eine Schwäche für die französische Sprache, steht doch auf seinem Grabstein „Mathieu“, was mich schon wunderte, denn es war der einzige ausländische Name, der mir bis dato in der ganzen Familie bekannt gewesen ist (Oma Luise nannte sich Luise, obwohl im Geburtsregister „Louise“ steht). Des Rätsels Lösung liegt wohl in einer selbständigen Umbenennung, steht er doch im Geburtenbuch schön deutsch als „Wilhelm Mathias“. Nun, es sei ihm nachzusehen, war seine Frau doch eine geborene Joyeux.

Das sind allerdings Erna und Hugo 1931
Jedenfalls schien er seine frankophile Vorliebe auf meine Mutter (gest. 1993) vererbt zu haben, denn auch sie fühlte sich dem französischen hingezogen und hatte sich zum Ziel gesetzt, Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ im Original zu lesen. Ganz hat sie das nicht mehr geschafft, aber immerhin hatte sie, nach mehrjährigem Studium der Sprache, damit angefangen. Einer ihrer Lieblingspolitiker war einer der französischen Außenminister. Nicht etwa weil sie seine Politik so aufregend fand, vielmehr begeisterte sie sich für den Klang seines Namens. Er hieß Couve de Murville und immer wenn sie diesen Namen im Radio hörte, wiederholte sie ihn laut und voller Begeisterung. (Interessant, was einem so im Gedächtnis bleibt…)
Und nicht zuletzt verdanke ich ihrer Liebe zur französischen Sprache auch meinen Namen, obwohl sie eigentlich „Jean-Baptiste“ favoriserte, aber sie hatte ein Einsehen, zügelte ihre Begeisterung, weil sie, wohl zu recht vermutete, dass dieser Name doch etwas zu exaltiert für ein Kind in den 60ern geklungen hätte. (Diese Erkenntnis wünschte man auch den Eltern von den Schantalls östlich des Rheins. Obwohl es dann solch kernige Sätze wie „Schantall, tu die Oma ma winken!“ nicht geben würde). (Hoffentlich liest Chantalle hier nicht mit…)
Und ich wiederum, des Französischen nicht mächtig, aber doch mindestens so frankophon wie mein Großvater Mathieu, habe es ihm gleich getan und mein deutsches Dominik eigenmächtig in das französische „Dominique“ abgeändert. Nur hat es bei mir im Gegensatz zu ihm bisher nicht zu einer französischen Frau gereicht. Man stelle sich vor, ich würde eine Mademoiselle Jouyeux ehelichen, ihren Namen annehmen und fortan „Dominique Joyeux“ heißen, und das mit einem französischen Wortschatz, der bei „Bon jour“ und „Le temps est beau“ endet… (Halt – „peu á peu“ kann ich ja auch noch, und „Trottoir“. Aber das war im Rheinland ja Umgangssprache, die wir der Besetzung des Rheinlandes durch Napoleon verdanken. Ebenso wie den legendären Namen einer Straße in der Düsseldorfer Altstadt: „De Retematäng“, der auf Napoleon zurückgehen soll, der die Straße „Rue de Matin“ taufte.

Aber da fällt mit ein (und so komm ich vom Hölzken auf’s Stöcksken – ugs. für „vom Hundertsten ins Tausendste kommen“- für die Saarländer unter den Lesern), dass ich einen Michael Beautemps kenne, vielleicht kann ich den ja heiraten. „Dominique Beautemps“ – und immer geht die Sonne auf, wenn ich auftauche. (Oder doch besser, wenn ich schon bei Nomen est Omen bin, „Dominique l’Argent“ etwa: Dommel, der Geldsack?)
Liest noch jemand mit? Denn ich habe, bevor ich zum Wesentlichen komme, noch ein Anekdötchen aus früherer Zeit, was ich auch heute im Stadtarchiv (im Düsseldorfer Stadtarchiv natürlich, denn die Kölner haben das ihrige ja dem U-Bahn-Bau geopfert) entdeckt habe.
Denn im Jahre „achtzehnhundertvierzigfünf“ waren es die Männer, die die Kinder zur Welt brachten. So steht es im Geburtsregister: „…erschien der Heinrich Ecken … der erklärte, daß von ihm und seiner Frau Catharina Klömpges (wahrscheinlich Tochter eines Bonbon-Fabrikanten) ein Kind männlichen Geschlechts geboren sei, welchem Kinde die Vornamen Johan Gerard beigelegt wurde“.

So, Glückwunsch an alle, die bis hier gelesen haben. Jetzt streue ich noch ein paar Bilder ein und doch erst morgen geht es dann zu dem Wesentlichen nämlich warum der Maler Theo Champion im Familiengrab derer zu Ecken liegt, was ich heute so en passant (noch was auf franz.!) herausgefunden habe, obwohl ich es (noch) gar nicht verfolgt hatte.

Antworte auf den Kommentar von iljos Antwort abbrechen