Meine Nacht mit Michaela

13. Mai 2014

Ich hatte vergessen, dass das Wetter im Rheinland oft schlechter ist als in Berlin. So verbrachte ich die letzten Tage hauptsächlich mit herumlungern in Baumärkten oder mit warten im Bauwagen. Denn es regnete unaufhörlich. Das behinderte doch den Fortgang der Arbeiten am Wagen erheblich. Denn ich konnte nichts mal eben nach draußen stellen, ich konnte nicht die Tür auflassen, weil es sonst rein regnete, ich konnte nicht draußen arbeiten ohne binnen kurzem klatschnaß zu werden. Ich war sehr frustriert kann ich euch sagen! Die Deadline, zu der ich nach Berlin aufbrechen musste rückte immer näher und ich wusste, dass ich es nicht schaffen würde, meine Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Und mir fiel ein, dass es vor ca. 10 Jahren ähnlich war. Damals habe ich meine Terasse gebaut und es war ähnliches Wetter. Regen, Regen, Regen… Und ich kam auch nicht voran.

Nun muß die Fertigstellung eben noch warten, was ja auf der anderen Seite ja auch schön ist, denn die Arbeiten machen mir Spaß, und so hab ich noch etwas zu tun, wenn ich wieder in Düsseldorf bin.

Jedenfalls musste ich gestern zurück nach Berlin fahren und wollte das eigentlich gegen Mittag tun, aber es zog sich bis in den Abend, weil ich doch noch unbedingt den Boden streichen wollte, was dann nachmittags auch gelang, da der Regen mal aussetzte.

Also bin ich um 18h aufgebrochen, meine Laune war auf dem Nullpunkt. Aber Autofahren bereitet mir ja mittlerweile auch wieder Freude, stundenlang laut Musi hören, laut mitsingen, seinen Gedanken nachhängen, das war schön!

Aber dann! Ich wurde brutal der Lüge bezichtigt!! In Lippstadt war’s, genauer auf dem Rasthof Lippstadt, ich telefonierte mit einer Freundin und erzählte ihr das ich Sonne und Mond sehen könne – die Sonne ging unter, der Mond ging auf. Die Sonne stand im Westen, der Mond ihr gegenüber im Osten. Das erzählte meine Freundin ihrer 9-jährigen Tochter – und was sagt die? „Glaub ich dir nicht!“ sagt die. „Ja“, sach isch, „wo simmer denn?! Isch könnt dinne Oppa sin, du vorlaute Pänz.“

Ja, so sind sie, die kleinen Racker. Aber der werd ich’s zeigen. Die wird schon sehen, denn ich habe ein Video gemacht, von der Sonne und dem Mond, ihr zugeschickt und wenn sie das gesehen hat wird sie beschämt den Kopf senken und schweigen… (Jaja, ich weiß. das wird sie mit Sicherheit nicht tun. Pfffff… wird sie sagen, du hast das Video wahrscheinlich zurechtgetrickst… oder so etwas. Sie ist eben ein klasse Mädchen, lässt sich doch von ’nem alten Knacker nix sagen. [Und wer mir hier auch nicht glaubt, bitte sehr: http://youtu.be/Xxtlm_5JwX0 ]).

Ja, und? wird sich jetzt der ein oder andere fragen, was hat der Titel des Eintrags mit dem Inhalt zu tun? Tja, so funktioniert der Boulevard eben. Nicht ganz falsch aber auch nicht ganz richtig. Denn zu dem Titel hat mich ein Lied von Element of Crime inspiriert. Und der klingt doch verheißungsvoller als „Meine Nacht allein auf der Autobahn“ oder nicht? Gestern Nacht war unter anderem „Element of Crime-Nacht“ bei mir im Wagen. Mit den genialen Texten von Sven Regner, der auch „Herr Lehmann“ geschrieben hat, die wunderbare Geschichte des Frank Lehmann, der Ende der 80er Jahre von Hannover nach Berlin gezogen ist.

Und von Element of Crime gibt es eben das Stück „Michaela sagt…“

Kostprobe? „Michaela sagt, egal was man nimmt, hauptsache viel. Und wenn schon endlich mal was los ist, mitten ins Gewühl! Halbe Sachen die erregen höchstens Michaelas Zorn; Michaela sagt, der Regen ist heutzutage nur ganz vorn“. Bei YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=IfRNxX5NxuY

Und dann kam ich nach Mitternacht in Berlin an – und fand alles wieder klasse. Ein Typ auf dem Skateboard mitten auf der Straße, Leute mit Fahrrädern ohne Licht, vor den Kneipen noch Trubel – einfach Leben eben.

Kommentare

3 Kommentare zu „Meine Nacht mit Michaela“

  1. Avatar von iljos

    Also Dominique, ich liebe deine Geschichten- du kannst herrlich erzählen !

    Und das kleiune Sonne-Mond-Video – göttlich !

    Och Mensch, wie schade, daß du so weit weg bist, ich würd so gerne ab und zu mal mit dir einen trinken gehen !

    Sei herzlich gegrüßt und genieße die große Stadt

    Gisela

    1. Avatar von DomEcke

      Hach – das geht doch runter wie Öl! Danke schön! Tja und ein Bier würde auch sehr gern mit dir trinken gehen. Aber wer weiß, vielleicht kommt ja mal einer in die Gegend des anderen.

  2. Avatar von michA

    Ja, sehr schön diese Story.

    Erst dachte ich: das ist doch nur die halbe Geschichte…

    Du warst doch nicht nur im Bauwagen! Beim wem hast du nun die Nächte verbracht?

    Erst beim zweiten Lesen nehme ich die subtilen Konnotation wahr…

    Die Nächte mit Michaela…

    Danke Dominique für die versteckte Hommage….

    Danke

    mich.A

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