18. Mai 2014
Heute war ich bei Freundin Dolly auf dem Land vor den Toren Berlins.
Damit ist eigentlich alles gesagt – und auch nichts. Ich bin ja nicht unbedingt als der große Naturfreund bekannt, ich finde es ja viel prickelnder, wenn ich abends um 11 noch zu Rewe gehen kann, als stundenlang in der Natur herum. (Allerdings bin ich neulich über mich hinausgewachsen, als ich geschlagene drei Stunden mit Freund Harald und seiner Freundin durch die Natur gewandert bin. War auch sehr schön, es gab auch Kunst zu sehen, es war die Museumsinsel Hombroich bei Düsseldorf). Aber was einem entgegenschlägt, wenn man aus der großen Stadt kommend, zu Dolly auf’s Land fährt, dort die Autotür aufmacht und aussteigt, haut selbst mich immer wieder aus den Socken.
Zuerst ist man, bin ich völlig irritiert, weil ich einen solch intensiven Geruch der Natur überhaupt nicht erwartet habe. Klar, dass es anders riecht, weiß man ja. Und ich war ja auch schön öfter dort, weiß im Prinzip, was mich erwartet: Natur halt. Heute war es regnerisch und somit auch sehr feucht, was den Eindruck der „Frische“ noch verstärkt hat. Also erst mal tief Luft holen – die Augen schließen (ich und die Augen schließen der Natur wegen – ein eher seltener Vorgang) und lauschen. Und lauschen. Und immer noch lauschen. Denn man hört erstmal: Nichts. Absolute Ruhe. Es gibt in Radiostudios sog. „Schalltote Räume“, die so konstruiert sind, dass sie jeglichen Schall schlucken. Wenn man einen solchen Raum betritt, ist man sehr irritiert, vielleicht sogar befremdet, weil man Übergangslos von einem normalen, hallenden Raum in diesen schalltoten Raum geht und gar nicht direkt realisiert, was los ist, was jetzt anders ist und woher der Unterschied kommt. So ging es mir heute mit und in der Natur.
Und dann liegt Dollys Grundstück noch an einem See. Aber was heisst schon „See“. Es ist ein Hammer von See. Und das faszinierende ist eben, dass so ein See ja eigentlich nichts macht, aber dieses Nichts macht er so gewaltig beeindruckend, dass man die Luft anhalten möchte, um dieses Nichts nicht zu stören.
Ich habe mit der neuentdeckten Videofunktion meines Handys mal versucht das einzufangen http://youtu.be/26Qx9xhiGjQ – wer es sich anschaut, möge mal den Ton ganz laut stellen, dann kann man doch noch etwas hören: die Vögelein, wie sie zwitschern und der Kuckuck, wie er ruft…
Außerdem hat Dolly mir noch einen Frühlingsstrauß 
geschenkt, nicht ohne sich vorher zu vergewissern, dass ich ihn auch wertschätze. Davon konnte ich sie aber überzeugen, in dem ich erzählte, dass ich mir selbst hin und wieder etwas Blumenschmuck von bereits erwähntem Rewe mitbringe…
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