Am Sonntag waren Frank S. und ich in Düsseldorf in zwei Fotoausstellungen: Jörg Sasse und Jeanloup Sieff. Von Sasse gab es einen „Düsseldorf-Zyklus“, Aufnahmen aus der Stadt, am Computer „komponiert“. D.h. aus mehreren Einzelbildern zusammgesetzte Bilder. Dies sah man allerdings nur, wenn man genau hinsah. Sasse benutzt eigene, aber auch fremde Fotos und setzt sie am Computer zu „neuen Realitäten“ zusammen. Ich fand es langweilig. Ach ja: Sasse ist Becher-Schüler… Ich finde es erstaunlich, dass die Erwartungen, die man Becher-Schüler hat, immer wieder erfüllt werden: Uninteressante Motive mit (wahrscheinlich) ungeheurem Aufwand hergestellt.
Ganz anders Jeanloup Sieff: Modefotos aus den 60ern bis ins Jahr 2000 gab es zu sehen. Klassisches schwarz-weiß, mit einfachen Mitteln fotografiert, ohne Schnickschnack, aber äußerst present, klar und direkt. So, wie ich’s mag. Interessant: Es gab neben den eigentlichen Ausstellungstücken auch Kontaktabzüge zu sehen, die den Ablauf einer Session zeigten. Erstaunlich dabei war, das er offensichtlich sehr sparsam fotografierte. Die Posen der Models wechselten von Bild zu Bild doch sehr deutlich und man hatte nicht den Eindruck, dass er Materialschlachten veranstaltet hat. Faszinierend auch den Tonwertreichtum der Abzüge.

Ein drf-ler prüft, ob der Künstler mit seinem Werk den Anforderungen von drf genügt.
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