Schlagwort: begegnungen

  • Begegnungen

    Am 3.10. gab es ein „Fest zum Tag der deutschen Einheit“ am Brandenburger Tor. (Dass es in der Hauptsache von Coca-Cola gesponsort wurde, und eigentlich ein „Coca-Cola-Fest“ war, lassen wir mal aussen vor ;-).) Jedenfalls traten dort bekannte Gruppen auf, wie Juli, Sportfreunde Stiller, Die fantastischen Vier u.a. Ich bin hin, weil ich mir wieder ein paar schöne Portraits erhoffte. Hat auch geklappt, war alles ganz nett, Link auf die Bilder gibt’s unten. Erst weiterlesen 😉

    Es waren lt. Polizei 500.000 Menschen dort, und ich habe u.a. dieses Pärchen fotografiert.
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    Heute ging ich über den Flohmarkt am Boxhagener Platz, bei mir um die Ecke, und mir kam eine Frau entgegen, unsere Blicke trafen sich – wir zögerten, dachten beide, dass wir uns kennen würden. Sagten wir uns auch, aber wir fanden keine Gemeinsamkeit… Wir wollten uns schon wieder trennen, aber mein Reflex schlug zu, und ich fragte sie, ob ich noch ein Foto von ihr machen könne

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    – und pling – das war es 🙂 SIE kam drauf und meinte, ich hätte sie doch beim „Coca-Cola-Fest“ am Brandenburger Tor fotografiert. Und, genau, das war es.

    Also, echt ehrlich: Ich finde so etwas völlig irre. Soll ich jetzt mal alles aufzählen, was einer ERSTEN Begegnung im Wege stand? Dass es fraglich war, das ich überhaupt zum Brandenburger Tor bin? Das ich rechtzeitig dorthin bin? Eine halbe Stunde später wurden die Eingänge wegen Überfüllung geschlossen. Und dann: Ich habe vielleicht 10 Leute von 500.000 (!) fotografiert. Und von diesen zehn treffe ich EINE ein paar Wochen später wieder? Gibt’s doch gar nicht. War aber so.

    Aber auch die zweite Begegnung war von so vielen Dingen abhängig. Der Flohmarkt ist jeden Sonntag, ich war schon ewig nicht mehr da, und heute nur deswegen, weil ich einem Menschen, der dort einen Stand hat, ein Foto versprochen hab.

    Und was lernen wir daraus? Dass man niemals aufgeben sollte, weil man NIE weiß, was einem begegnet? Das man anfangen sollte, Lotto zu spielen? Das man immer auf Menschen zu gehen soll? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es mir gut tut, hier zu sein. auch wenn ich manchmal nicht weiß, wie es weitergeht. Solche Begegnungen machen mir deutlich DASS es weitergeht. Irgendwie…

    Mal wieder Zeit für mein Lieblings-Zitat: „Ich gehe erst einmal los, dachte sich Herr Lehmann. Der Rest wird sich schon irgendwie ergeben…“

    Hier die Bilder von dem Fest.

  • Kim

    Und weiter geht es mir den freudigen Begegnungen in Berlin: Diesmal eine Freundin aus einem früheren Leben… Vor ca. 16 Jahren muss es gewesen sein, ich war bei einer freien Theatergruppe in Köln, und wir suchten für „Romeo und Julia“ die „Julia“. Casteten mehrere Mädchen, und dann kam Kim. Für mich die ideale Julia. Mädchenhaft und zerbrechlich, aber total präsent und ausdrucksstark. Sie bekam dann auch die Rolle, das Stück wurde ein Erfolg (und die Regisseurin machte Karriere und ist jetzt Intendantin am Schauspiel Köln). Zuletzt sahen Kim und ich uns vor 12 Jahren in Düsseldorf.

    Vor ein paar Wochen fuhr ich mit dem Fahrrad über die Modersohn-Brücke in Berlin, ein Treffpunkt für Liebhaber des „Sonnuntergang über Bahngleisen mit der City-Skyline im Hintergrund“, sah mir so die Leute an, die da saßen – und stutzte: DIE kenn ich doch!!

    Tja, so traf ich zufällig auf einer Brücke in Berlin eine liebe ‚alte‘ Freundin wieder. Als aus dem Rheinland Gestrandete haben wir uns dann auf einen Kaffe getroffen und sitzen demnächst dann gemeinsam auf der Modersohn-Brücke 🙂

    (Tja, und nun rächt es sich, dass ich noch keine Fotos von der Modersohn-Brücke gemacht hab…).

  • Berlin. Hochzeit. Leute.

    Ich finde das schon sehr auffällig, wie schnell man in Berlin (und Umgebung) Leute kennenlernt. Man muss sich nur einlassen. Heute z.B. hatte ich eine Hochzeit zu fotografieren. Klare Vorgaben: Kirche in Berlin und Portrait-Fotos am Ort der Feier, einem kleinen Schloß in der Nähe von Potsdam, Feierabed um 18:00. Ich hatte überhaupt keine Lust, aber der Termin stand. Feierabend gabs dann erst um 19:00 Uhr, aber egal… Und dann kam die Besitzerin des Schlosses noch auf mich zu, und wollte Fotos vom Schloß für ihren Internet-Auftritt haben. Anschlußauftrag nennt man das. Habe also noch das Schloß von innen und außen fotografiert, und habe noch bis zum Sonnenuntergang gewartet, weil dann der Himmel so schön blau ist.. (Deswegen nennt man es auch „Blaue Stunde“ ;-))Anschließend trieb ich mich noch in der Nähe der Gastronomie herum, weil mich eine Frau von den Gästen nach Potsdam zum Bahnhof bringen wollte, damit ich von da aus mit der S-Bahn nach Berlin zurück konnte. Aber es fanden wohl einige andere Gäste es dort auch interessant, und so gesellten sich Catharina, Stefan, Jörg und Wolfgang zu mir. Na, und plötzlich waren wir eine witzige, interessante Runde, jeder erzählte etwas von sich, und es war noch ein äußerst spannender Abend…

    Die vier brachten mich auch dann nicht nur zum Potsdamer Bahnhof, sondern direkt nach Hause…

    Also jedenfalls, hat sich der Hochzeitstermin noch durch einige nette Begegnungen in die Länge gezogen…

  • DocMorris und die DDR

    Nun hab ich mich doch letztes Jahr auf meiner kleinen Reise durch die Ostländer doch gewundert, wie viele Leute dort unkomplizierter, offener, direkter und hilfsbereiter sind, als ich es aus dem tiefen Westen der Republik gewohnt bin. Und daß hat mich ja nun auch direkt veranlasst, ‚rüberzugehen‘ ;-).
    Zwar nicht in den tiefsten Osten, aber immerhin nach Berlin (Ost). Wenn auch meine Frau (aus dem Osten, logisch) meint, dies sei ein Vorurteil, so sehe ich eben dieses Vorurteil (so es denn eines ist) seit heute wieder bestätigt.
    Diesmal aber nicht durch Menschen jenseits der ehemaligen Ostgrenze der BRD, sondern durch solche, die jenseits der bestehenden Westgrenze leben und arbeiten. Nämlich in den Niederlanden. So heute geschehen, als ich Arbeiter bei DocMorris fotografieren wollte, diese Arbeiter aber gerade mal Mittagspause machten. Und so war sich der mich begleitende Assistent der Bereichsleitung nicht zu schade, mal eben als „Arbeiter“ einzuspringen, der die Medikamente aus den Regalen fischte und die Rezepte einscannte.

    Immer wieder eine Freude, solchen Menschen zu begnen.

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