Genialer Film. 24 Stunden lang. Und wäre ich heute nicht von Berlin nach Düsseldorf gefahren, hätte ich wahrscheinlich alles gesehen.
Heute (05.09.09) läuft seit 6:00 im TV (arte und rbb) das Projekt 24h Berlin. Vor genau einem Jahr, am Freitag, den 05.09.2008 sind 80 Kamerateams in Berlin unterwegs gewesen und haben die verschiedensten Alltagsgeschichten gefilmt, und aus dem Material (insgesamt 720 Stunden) wurden in einem Jahr Postproduction ein 24 Stunden Programm montiert, dass in Echtzeit noch bis zum frühen morgen, 6 Uhr läuft.
Ich liebe sowas. Lauter Geschichten von Leuten, für die das alles Alltag ist. Nachtschicht im Krankenhaus, DJ’s im Club, die alte Frau, die jeden Abend alleine verbringt. Ein krebskranker Mann, der nicht mehr lang zu leben hat. Die Frau von der Telefonseelsorge; Ali, der Rapper, der mit seinen Freunden am Alex rumhängt. Die Bäcker der Großbäckerei Kamps, der Sternekoch, die 23-jährige Hure im Bordell, die gerade Pause macht und aus dem Nähkästchen plaudert (3:50), der Mann im Gefängnis, der lebenslang für einen Mord gekriegt hat, die Ärztin in der Notaufnahme der Charite. Leute die am Abend noch im Badeschiff schwimmen. Impressionen aus dem Leben, wie es jeden Tag um einen herum pulsiert. Es ist ein bisschen wie Blog lesen, eben nur in bunt…
Aber auch Geschichten von Künstlern, seien es bürgerliche wie Barrenboim, oder Szenekünstler wie Gloria Viagra, Paul von Dyck, der DJ, der die ganze Welt bereist, oder der Regierende, die alle ihren Auftritt hatten.
Viele Orte, die ich kenne. Die Kiosk an der S-Bahn Frankfurter Allee, der Club Berghain, das Ostkreuz, der Club an der Warschauer Straße,
Lustig: Das Kind, dessen Geburt gerade im TV lief, ist jetzt exact ein Jahr alt.
Ich hab heute morgen um 9 Uhr den Fernseher angemacht und ihn nebenbei laufen lassen, leider musste ich dann unterbrechen, weil ich nach Düsseldorf gefahren bin, aber seit ich dort angekommen bin, sitze ich gebannt vor der Glotze. Also seit ca. 18 Uhr. Jetzt ist gerade 3:30
Und es passiert eher selten, dass ich ausschließlich TV gucke, meinst mache ich noch irgendetwas nebenbei. Aber dieser Film ist so interessant, dass ich mich mal auf die Couch gesetzt hab, um ihn mir anzuschauen. (Was meine Tochter zu der Frage veranlasste, was ich denn da mache, ob mein Computer kaputt sein ;-))
Schade, gleich ist es vorbei, der Zeitungsverkäufer sortiert seine Zeitungen (4:15), am Ostkreuz ist schon wieder Betrieb und ich mach mir mal einen Kaffee 🙂
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