Autor: Dom

  • Karneval der Kulturen 2010

    An den wiederkehrenden Ereignissen merkt man, wie die Zeit vergeht. 2006 war ich zum ersten Mal beim Karneval der Kulturen in Berlin. Hier meine Impressionen von 2010:Karneval der Kulturen

  • Drei Wochen Düsseldorf

    Muss ich mir Sorgen machen? Seitdem ich seit Mai 2006 in Berlin bin, war ich noch nie so lange am Stück in meiner alten Heimatstadt Düsseldorf, wie jetzt: Drei Wochen, und es werden wohl vier Wochen werden, bis ich wieder nach Berlin komme. Und im Gegensatz zu früheren, weitaus kürzeren Besuchen bin ich nicht mal depressiver Stimmung, im Gegenteil: Ich habe wieder angefangen zu kochen (am Samstag gab es leckere Lammkoteletts), und Gäste zu bewirten, bin heute fröhlich pfeifend (!) zum Public Viewing des „Tatort“ ins „Einhorn“ (bekannte und beliebte Düsseldorfer Traditionskneipe) gefahren, und hab heute sogar Blumensamen im Garten gepflanzt. Weitere Eindrücke findet ihr hier.

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  • Ein Tag im Leben eines Bildjournalisten

    So ist es ja nach meinem Geschmack: Ich war heute mit einem Kollegen des Londoner Sunday Express unterwegs. Er war, kein Wort deutsch sprechend, kurzfristig eingeflogen, um ein Stimmungsbild von Deutschland bzgl. des Euros, der Griechendlandhilfe und der politischen Lage zu machen. Dazu wollte er verschiedene Leute befragen, ich sollte die Portraits machen. Aber er war zum ersten Mal Düsseldorf, und so wurde daraus eher eine Guide-Tour, als ein Fotojob. Als erstes fuhren wir zur Uni, ich machte den „Aufreißer“ fragte erst mal ein paar Studenten ob sie einigermaßen der englichen Sprache mächtig seien, und dem Kollegen ein Interview geben wollten. Es fanden sich nach einigen verlegen-schüchternen Absagen dann auch zwei. Passenderweise Politik-Studenten. Lief also schon mal gut.

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    Dann sollte ein Politiker her. Wir also zum Landtag und zur SPD-Zentrale, wo es, kurz nach der Landtagswahl, von Politikern nur so wimmelt. Aber das war schon schwieriger – wir wurden beharrlich an die zuständige (Presse-) Stellen verwiesen… Die wollten sich dann zurückmelden. Daraus wurde leider bis jetzt nix.

    Dann schlug ich als nächsten Interviewkandidaten einen Architekten aus meinem Bekanntenkreis vor. Ted – so heißt der Kollege aus London – war very amused. Ich rief Thomas, meinen Bekannten an, er hatte Zeit und wir trafen uns an einer seiner Baustellen: An dem Neubau des Ateliers von Thomas Ruff – weltbekannter erfolgreicher Fotokünstler.

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    So en passant erzählte Thomas (der Architekt) dass Thomas (der Fotokünstler) direkt gegenüber wohne. Tja, was lag da näher, als einfach mal rüber zu gehen und Thomas (den Fotokünstler) zu fragen, ob er sich nicht auch einem Interview stellen wolle.

    Wir klingelten. Warten. Dann wurde geöffnet, ein junger Mann fragte nach unserem Begehr. Ted legt direkt auf Englisch los – wenn man bei Thomas Ruff klingelt, kann man direkt englisch reden. Wir würden gerne „Mr. Raff“ sprechen. Der junge Mann schob einen Keil unter die Tür, damit sie uns nicht vor der Nase zufällt und verschwand im inneren des Anwesens. Warten. Nach einiger Zeit kam der Künstler himself. Ted sagte ihm wortgewaltig, was er wünschte – und Thomas Ruff blickte skeptisch. Wir hätten ihn auf dem falschen Fuß erwischt, er sei auf Besuch und Befragung nicht eingestellt, aber man möge ihm die Fragen per Mail rein reichen und er wäre willig, sie zu beantworten. Ted war schon mal zufrieden, nun musste noch ein Foto her. Und – siehe da: Ein Fotograf, der sich nicht ziert, sich fotografieren zu lassen. Perfekt. Aber nur hier in der Tür, kein weiterer Umstand. Kein Problem für den Fotojournalisten…

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    Letzte Station: Hauptbahnhof, Abteilung „normaler“ Bahnmitarbeiter. Bahnsteig 17/18, da wo die Züge nach Berlin abfahren. Eine junge Frau, Service-Mitarbeiterin am Info-Point. Diesmal wieder mein Einsatz – wg. der unterstellten fehlenden Englischkenntnisse… Als ich „Griechenlandhilfe“ sagte, winkt sie ab: Sie sei türkischer Herkunft und somit befangen. Ich übersetzte dies Ted. Er fand das allerdings ideal: Ein kleiner potentieller Konflikt! Sie erklärte sich zögerlich zu einem Gespräch bereit. Problem: „Sie können mir 1 Million geben, ich lasse mich nicht fotografieren“, sagte sie mir, „ich bin so unfotogen…“. Ok, das kenn ich ja nun schon. Ich kratze meinen ganzen Charme zusammen… und bekomme mein Foto. Aber das kann ich hier nicht präsentieren, mein Charme hat nicht ausgereicht, ein Veröffentlichungsrecht für Deutschland zu erlangen – es darf nur in Großbritannien im Sunday Express gezeigt werden… Aber nichts anderes war ja ursprünglich geplant.

  • Museum Folkwang

    08. April 2010

    Neulich war ich im neuen Folkwang-Museum in Essen, dass 1933 zum „Schönsten Museum der Welt“ erklärt wurde. Als Stätte des Sammelns und Vermittelns neuer und neuester Kunst konnte das Museum Folkwang in wenigen Jahrzehnten Weltruf erlangen, weshalb es während des Dritten Reiches zur Zielscheibe nationalsozialistischer Hetzkampagnen wurde.

    Mehr als 1400 Werke sind als „entartet“ gebrandmarkt, konfisziert und zum Teil in alle Welt verkauft worden. Der große Verlust unersetzlicher Bilder und die Zerstörung der beiden Museumsgebäude im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs verwüsteten das Museum Folkwang und seine bedeutende Sammlung so schwer, dass nach 1945 nur noch Ruinen übrig waren. In der aktuellen Ausstellung steht die Rekonstruktion der Sammlung im Mittelpunkt, die von Karl Ernst Osthaus 1902 begründet und kurz nach seinem frühen Tod 1921 nach Essen gelangte, bevor sie von den Nationalsozialisten aufgelöst wurde.

    Dazu gibt es Leihgaben aus Museen zu sehen, die seinerzeit den Ruf des Folkwang-Museum begründeten. Klick hier.DOM_8411

  • Die Analoge Halluzinelle

    30.03.2010

    Ich hatte neulich eine Begegnung mit der Analogen Halluzinellen. Wer jetzt gerade nicht weiß, wovon ich spreche: Es geht um die schräge Verfilmung der Sterntagebücher von Stanislaw Lem, mit Oliver Jahn und Nora Tschirner, die vor drei Jahren im ZDF liefen und von denen gerade die zweite Staffel verfilmt wird. Ein klein wenig Kult…Nora Tschirner

    Wer mehr wissen möchte klicke hier.

  • Portraits vom Wochenende

    20.03.2010

    Am Freitag hab ich einige neue Galerien entdeckt, in der Westberliner Lindenstraße. Hier einige Portraits DOM_2544bA

  • Museum „Blindenwerkstatt“ am Hackeschen Markt

    20. März 2010

    Ich bin wieder im Rahmen meines „171museen“-Projekts unterwegs gewesen, und wieder muss ich vorab berichten, was ich erlebt habe. Es gibt am Hackeschen Markt, also mitten in der Touristen-Gegend, ein „Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt“. Auch ich bin schon oft daran vorbei gelaufen, ohne hinein zu gehen. Es liegt in einem Hinterhof am Hackeschen Markt, der sehr frequentiert ist. So gibt es dort ein Cafe, eine Bar, ein Kino und anderes. Schon allein der Hof ist eine Sehenswürdigkeit, mit Streetart versehene Wände und mit Skulpturen bestückte Flächen.

    Nun habe ich vor zwei Tagen an einer Führung durch dieses Museum teilgenommen. Kurz zusammengefasst: Otto Weidt hat im Nazideutschland eine Wekstatt betrieben, in der er Bürsten, Besen, Schrubber und ähnliches herstellte und diese Sachen u.a. auch an die Wehrmacht verkaufte. Da er im Alter immer schlechter sehen konnte, bis zur Blindheit, hat er sich bemüht, Menschen, die ein ähnliches Schicksal hatten wie er, noch eine sinvolle Tätigkeit zu verschaffen. So hat er fast ausschließlich blinde Menschen eingestellt, und, um der immer stärker werdenen Judenfeindlichkeit etwas entgegen zu setzen, eben blinde Juden. Sein Betrieb hatte ca. 30 Mitarbeiter, und sehr lange konnte er diese Mitarbeiter vor den Zugriff der SS schützen. 1943 ging das nicht mehr, zu diesem Zeitpunkt wurden alle, auch die bis dahin in Fabriken und Werkstätten geduldeten Juden abtransportiert, sofern sie sich nicht im Untergrund verstecken konnten.

    Und eine der (nicht blinden) Mitarbeiterinnen von damals, Inge Deutschkron, konnte sich verstecken, überlebte die Nazi-Herrschaft und führt Besucher durch diese Werkstatt, die heute Museum ist. Das geht so unter die Haut, wenn sie aus ihrem Leben erzählt, das ist fast unbeschreiblich. Ich hätte nie damit gerechnet, noch einem Zeitzeugen zu begegnen. Inge Deutschkron ist Jahrgang 1922, hat nach dem Krieg lange Zeit als Journalistin in Tel Aviv gearbeitet und mehrere Bücher über ihre Lebensgeschichte geschieben. Volker Ludwig, der Leiter des Grips-Theaters in Berlin hat eines ihrer Bücher, mit dem Titel „Ich trug den gelben Stern“ für die Bühne adaptiert und zeigt das Stück seit 1988 (!) in seinem Theater.

    Hier ein Foto von Inge Deutschkron vor ihrem Portrait von 1941, im Alter von 19 Jahren, beide Bilder aufgenommen in der Werkstatt von Otto Weidt.
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  • FRÜHLING!!

    18. März 2010

    Die obligatorischen Frühlingsbilder kommen dieses Jahr etwas spät (was nicht an mir liegt) und aus – äh – Frankfurt/Main… Und dieses Jahr habe ich auch Bienchen geknipst 🙂 Aber nicht nur, schaut hier!DOM_2391AA

  • Intern. Tourismus Börse

    12. März 2010

    Eine in der Regel eher langweilige Veranstaltung, auf der sich jedes Land, das bereist werden will, vorstellt, so gut es das kann. Fernweh und Lust auf Reisen bekommt man aber auf jeden Fall in der Halle 21, wo die afrikansichen Staaten versammelt sind. Da gab’s Party, Musik, Büffett und viele tolle Gesichter.

    Oder auch bei den Türken und Südamerikanern, die viel Stimmung und viel farbe in die langweiligen Messehallen bringen.

    Hier ein paar Eindrücke
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  • Neue Portraits

    Henry de Winter Ich melde mich mal wieder, mit einigen neuen Portraits von verschiedenen Eröffnungen. Der opener zeigt Henry de Winter, den gibts hier im Blog schon im Sommeroutfit… Zu den übrigen Bildern geht’s hier