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  • Nolde-Retrospektive in Frankfurt

    12. Juni 2014

    Wieder ein Beitrag, dessen Titelinhalt nur eine Nebenrolle spielt. Denn die Nolde-Ausstellung war schon interessant, ja.

    Aber verzaubert haben mich diese zwei Süßen, die, eine an der Hand der Mutter und eine an der Hand der Mutter der Mutter (um das Wort „Großmutter“ zu vermeiden, denn „Großmutter“ weckt bei mir Assoziationen, die nichts mit der Frau zu tun haben, die mit ihrer Enkelin durch die Abteilung „Moderne Kunst“ des Städel lief). Alle vier mit wachem Blick und strahlenden Augen. Die größere der beiden ließ sich die Begleittexte auf Englisch vorlesen, und lauschte aufmerksam den Erklärungen ihrer Mutter ob der manchmal doch merkwürdigen Kunstwerke, wie das Bild von Ad Reinhardt, der in seiner späteren Schaffensphase ausschließlich schwarze Bilder malte.

    Mir war das zu schwarz und zu abstrakt, und die zwei Mädchen in ihren wunderschönen bunten Kleidern und ihren feschen Hüten ein starker Kontrast dazu, den ich doch gerne fotografiert hätte. So fasste ich mir ein Herz und fragte Mutter und Tochter, ob sie sich fotografieren ließen – und jippieh! sie sagten spontan ja, was mich sehr freute. Nicht mehr selbstverständlich in der heutigen Zeit. Und je mehr mich jemand fasziniert, desto herber trifft mich dann eine Absage. Aber hier und heute waren alle vier dabei und so konnte ich mal wieder ein Bild machen, von dem ich ganz begeistert bin und was mich mit Sicherheit noch lange begleiten wird; sei es in der Erinnerung wie es entstanden ist, sei es als Foto an der Wand.

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  • Ein Sturm

    10.06.2014

    Da hat’s ja ganz schön gepustet, gestern Abend über NRW und insbesondere über Düsseldorf. Und es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht: Die schlechte: Das alte Pflaumenbäumchen im Garten hat’s voll erwischt. Und die Gute: Alle Birnchen der Lichterkette sind heil geblieben.

    Ansonsten sieht es wüst aus in der Landeshauptstadt…

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  • Cosplayer

    07. Juni 2014

    Heute habe ich mich ja mit meinem Zweit-Hobby neben Bauwagen-Ausbau gewidmet: Cosplayer fotografieren. Mittlerweile ja die einzige Gruppe von Leuten, die nicht aufschreien, wenn man die Bilder von ihnen ins Netz stellen will, sondern die es geradezu darauf anlegen. Kein Wunder, ist es ja bei dem Hobby wie bei den Promis vom Roten Teppich: Gesehen werden ist alles. Nur das die Cosplayer dabei wesentlich einfallsreicher sind. Und das Reservoir scheint unerschöpflich: War doch gerade vor zwei Wochen Japan-Tag hier in Düsseldorf, und auch da war die Stadt voller Cosplayer. Und sie kommen nicht nur aus der ganzen Republik, selbst aus Dänemark habe ich welche getroffen.

    Und auch hier wurde ich mit meiner Kindheit konfrontiert: Denn Treffpunkt war der Nordpark, in dem ich schon seit gefühlten 100 Jahren nicht mehr war, aber wo ich als Kind mal in den Froschteich gefallen bin…

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  • Der Bauwagen – letzter Teil

    07. Juni 2014

    So, das war’s. Mission in Düsseldorf erfüllt, Bauwagen ferig. Und, was mich doch mit Freude erfüllt: Einschl. Fuß- und sonstigen Leisten. Denn das Kleinteilige, was lange aufhält, habe ich früher doch hin und wieder hinten runter fallenlassen.

    Deswegen konnte ich mich heute auch wieder mal der fotografischen Tätigkeit widmen, kommt im nächsten Eintrag.

    Für die hartgesottenen unter Euch gibt’s auch ein Video, schön verwackelt, aber es zeigt mehr als Fotos. Und für Iljos kommt ganz am Ende noch ein Schmanckerl 😉

    Alles was im Garten grünt und blüht liegt nicht in meiner Verantwortung, das machen die Bewohner des Hauses. Ehre, wem Ehre gebührt. So lange ich hier noch wohnte, gab’s einen „Wildgarten“, will sagen, dass die Gartenarbeit nicht mein Ding ist.

    Hier das Filmchen: http://youtu.be/-iSYby_lXa0

  • L’escalier vert

    03. Juni 2014

    Ich bin ja immer noch fleißig beim Ausbau meines Bauwagens, wobei der im Großen und Ganzen fertig ist. Aber mit der mir eigenen Liebe fürs Detail finde ich doch immer etwas, was mich zum weitermachen verleitet. Außerdem gibt es ja auch noch weitere Baustellen im Haus, die bearbeitet werden wollen. Zum Beispiel im Keller, der nach 30 Jahren doch mal wieder einen Anstrich vertragen könnte. Oder, wie die Treppe einen erstmaligen. Wartet sie doch nach dem Einbau vor 30 Jahren immer noch auf ihren Anstrich und auf ihr Geländer. Das alte schöne Geländer gibt’s sogar noch, kann aber jetzt doch wegbleiben, es hat bisher niemand vermisst, auch wenn sich Architekten an den Kopf fassen. Auf der anderen Seite kann man schlecht sagen, da man es in den letzten 30 Jahren nicht vermisst hat, wird man es auch in den nächsten 30 Jahren nicht vermissen werden. Denn in 30 Jahren wäre der älteste Bewohner (Nein, nicht ich!) 95 Jahre alt.

    Übrigens, früher war ich eher wortkarg, habe auf Fragen meiner Mutter z.B. recht einsilbig geantwortet. Enthemmter wurde ich nur durch ein wenig Alkohol, dann taute ich regelrecht auf. Nun, mittlerweile brauche ich keinen Alkohol mehr, nur eine kleine Frage reicht und ich hole aus und erzähle mein ganzes Leben.

    Oder eine nette Überschrift, wie die obige und ich könnte erzählen und erzählen. Denn die Kellertreppe ist nun grün und das ist sie ja nicht ohne Grund. Denn die Geschichte der grünen Kellertreppe beginnt vor langer Zeit, genauer im Jahre 1994 im Finanzamt Düsseldorf-Altstadt. Dort begegnete mir ein Engel, der mir 20 Jahre später mitteilen sollte, dass die Kellertreppe grün gestrichen werden solle. Und so geschah es, das Werk ist vollendet und der Engel ist wieder entfleucht.

    So einfach kann das Leben sein, zur rechten Zeit ein Engel, oder ein reitender Bote und schon ist alles wieder in Ordnung. Doch die kommen sehr selten, die reitenden Boten und die Engel. 2014-06-04 00.22.57

  • Der erste!

    25. Mai 2014

    Der erste Milchkaffee aus dem Bauwagen, gebrüht und gekocht mit der alten Espressomaschine vom Aldi und der neuen Induktionskochplatte aus der Metro. Meine erste Erfahrung mit einer Induktionskochplatte: Entschleunigung war gestern. So schnell habe ich noch nie Milch überkochen sehen…

    Wie man sieht, bin ich mit dem Streichen noch nicht weit gekommen. Erstens weil mich das Weiße noch nicht wirklich überzeugt hat und zum anderen, weil ich ja doch lieber erst mal die Kommunikationseinrichtungen angeschlossen habe. Denn Sonntags kommt im Berliner Radio eine Radio-Talkshow mit Bettina Rust, zwei Stunden mit einem Prominenten, ist oft sehr interessant. Und danach die Blödel-Sendung „Samt und Sonders“ mit Olli Schulz und Jan Böhmermann. Find ich ertstaunlicherweise lustig. Sonst bin ich für sowas ja eher nicht zu haben.

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    Mit dem Lego-Telefon kann man übrigens wirklich telefonieren…

  • Ein (fast) unwirklicher Ort

    18. Mai 2014

    Heute war ich bei Freundin Dolly auf dem Land vor den Toren Berlins.

    Damit ist eigentlich alles gesagt – und auch nichts. Ich bin ja nicht unbedingt als der große Naturfreund bekannt, ich finde es ja viel prickelnder, wenn ich abends um 11 noch zu Rewe gehen kann, als stundenlang in der Natur herum. (Allerdings bin ich neulich über mich hinausgewachsen, als ich geschlagene drei Stunden mit Freund Harald und seiner Freundin durch die Natur gewandert bin. War auch sehr schön, es gab auch Kunst zu sehen, es war die Museumsinsel Hombroich bei Düsseldorf). Aber was einem entgegenschlägt, wenn man aus der großen Stadt kommend, zu Dolly auf’s Land fährt, dort die Autotür aufmacht und aussteigt, haut selbst mich immer wieder aus den Socken.

    Zuerst ist man, bin ich völlig irritiert, weil ich einen solch intensiven Geruch der Natur überhaupt nicht erwartet habe. Klar, dass es anders riecht, weiß man ja. Und ich war ja auch schön öfter dort, weiß im Prinzip, was mich erwartet: Natur halt. Heute war es regnerisch und somit auch sehr feucht, was den Eindruck der „Frische“ noch verstärkt hat. Also erst mal tief Luft holen – die Augen schließen (ich und die Augen schließen der Natur wegen – ein eher seltener Vorgang) und lauschen. Und lauschen. Und immer noch lauschen. Denn man hört erstmal: Nichts. Absolute Ruhe. Es gibt in Radiostudios sog. „Schalltote Räume“, die so konstruiert sind, dass sie jeglichen Schall schlucken. Wenn man einen solchen Raum betritt, ist man sehr irritiert, vielleicht sogar befremdet, weil man Übergangslos von einem normalen, hallenden Raum in diesen schalltoten Raum geht und gar nicht direkt realisiert, was los ist, was jetzt anders ist und woher der Unterschied kommt. So ging es mir heute mit und in der Natur.

    Und dann liegt Dollys Grundstück noch an einem See. Aber was heisst schon „See“. Es ist ein Hammer von See. Und das faszinierende ist eben, dass so ein See ja eigentlich nichts macht, aber dieses Nichts macht er so gewaltig beeindruckend, dass man die Luft anhalten möchte, um dieses Nichts nicht zu stören.

    Ich habe mit der neuentdeckten Videofunktion meines Handys mal versucht das einzufangen http://youtu.be/26Qx9xhiGjQ – wer es sich anschaut, möge mal den Ton ganz laut stellen, dann kann man doch noch etwas hören: die Vögelein, wie sie zwitschern und der Kuckuck, wie er ruft…

    Außerdem hat Dolly mir noch einen Frühlingsstrauß 2014-05-18 15.48.28a
    geschenkt, nicht ohne sich vorher zu vergewissern, dass ich ihn auch wertschätze. Davon konnte ich sie aber überzeugen, in dem ich erzählte, dass ich mir selbst hin und wieder etwas Blumenschmuck von bereits erwähntem Rewe mitbringe…

  • Verrückte Stadt

    16. Mai 2014

    Es ist eine verrückte Stadt, dieses Berlin. Und dank des passenden Jobs bekomme ich auch relativ viel davon mit. Zum Beispiel gestern, zwei Kulturtermine. Von der hohen Kultur im Deutschen Theater mit der grandiosen Corinna Harfouch als Wassa Schelesnova im Stück von Maxim Gorki zur Subkultur in den KitKatClub, einem bekannten Szeneclub in dem Fetisch-Kostüme Pflicht sind und sexuelle Aktivitäten nichts ungewöhnliches sind (Wie ich vom Hörensagen weiß ;-)). Dort stellte eine gewisse Lexi Hell ihr Buch vor, in dem sie ihr „Leben zwischen Laufsteg und Swingerclub“ ausbreitet. Lexi Wer? wird sich mancher zu Recht fragen. Lexi Hell, die sich hauptsächlich durch ihre Ganzkörper-Tatoos auszeichnet und in Berlin den Fotografen auch öfter vor die Linse läuft.

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  • Insel Hombroich – Sehenswert!

    16. Mai 2014

    Ecken vor Graubner: Die Kissenbilder des Düsseldorfer Malers Gotthard Graubner.

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    Und zwei Wächter von Anatol, der auf der Insel lebt und arbeitet.

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  • Meine Nacht mit Michaela

    13. Mai 2014

    Ich hatte vergessen, dass das Wetter im Rheinland oft schlechter ist als in Berlin. So verbrachte ich die letzten Tage hauptsächlich mit herumlungern in Baumärkten oder mit warten im Bauwagen. Denn es regnete unaufhörlich. Das behinderte doch den Fortgang der Arbeiten am Wagen erheblich. Denn ich konnte nichts mal eben nach draußen stellen, ich konnte nicht die Tür auflassen, weil es sonst rein regnete, ich konnte nicht draußen arbeiten ohne binnen kurzem klatschnaß zu werden. Ich war sehr frustriert kann ich euch sagen! Die Deadline, zu der ich nach Berlin aufbrechen musste rückte immer näher und ich wusste, dass ich es nicht schaffen würde, meine Vorhaben in die Tat umzusetzen.

    Und mir fiel ein, dass es vor ca. 10 Jahren ähnlich war. Damals habe ich meine Terasse gebaut und es war ähnliches Wetter. Regen, Regen, Regen… Und ich kam auch nicht voran.

    Nun muß die Fertigstellung eben noch warten, was ja auf der anderen Seite ja auch schön ist, denn die Arbeiten machen mir Spaß, und so hab ich noch etwas zu tun, wenn ich wieder in Düsseldorf bin.

    Jedenfalls musste ich gestern zurück nach Berlin fahren und wollte das eigentlich gegen Mittag tun, aber es zog sich bis in den Abend, weil ich doch noch unbedingt den Boden streichen wollte, was dann nachmittags auch gelang, da der Regen mal aussetzte.

    Also bin ich um 18h aufgebrochen, meine Laune war auf dem Nullpunkt. Aber Autofahren bereitet mir ja mittlerweile auch wieder Freude, stundenlang laut Musi hören, laut mitsingen, seinen Gedanken nachhängen, das war schön!

    Aber dann! Ich wurde brutal der Lüge bezichtigt!! In Lippstadt war’s, genauer auf dem Rasthof Lippstadt, ich telefonierte mit einer Freundin und erzählte ihr das ich Sonne und Mond sehen könne – die Sonne ging unter, der Mond ging auf. Die Sonne stand im Westen, der Mond ihr gegenüber im Osten. Das erzählte meine Freundin ihrer 9-jährigen Tochter – und was sagt die? „Glaub ich dir nicht!“ sagt die. „Ja“, sach isch, „wo simmer denn?! Isch könnt dinne Oppa sin, du vorlaute Pänz.“

    Ja, so sind sie, die kleinen Racker. Aber der werd ich’s zeigen. Die wird schon sehen, denn ich habe ein Video gemacht, von der Sonne und dem Mond, ihr zugeschickt und wenn sie das gesehen hat wird sie beschämt den Kopf senken und schweigen… (Jaja, ich weiß. das wird sie mit Sicherheit nicht tun. Pfffff… wird sie sagen, du hast das Video wahrscheinlich zurechtgetrickst… oder so etwas. Sie ist eben ein klasse Mädchen, lässt sich doch von ’nem alten Knacker nix sagen. [Und wer mir hier auch nicht glaubt, bitte sehr: http://youtu.be/Xxtlm_5JwX0 ]).

    Ja, und? wird sich jetzt der ein oder andere fragen, was hat der Titel des Eintrags mit dem Inhalt zu tun? Tja, so funktioniert der Boulevard eben. Nicht ganz falsch aber auch nicht ganz richtig. Denn zu dem Titel hat mich ein Lied von Element of Crime inspiriert. Und der klingt doch verheißungsvoller als „Meine Nacht allein auf der Autobahn“ oder nicht? Gestern Nacht war unter anderem „Element of Crime-Nacht“ bei mir im Wagen. Mit den genialen Texten von Sven Regner, der auch „Herr Lehmann“ geschrieben hat, die wunderbare Geschichte des Frank Lehmann, der Ende der 80er Jahre von Hannover nach Berlin gezogen ist.

    Und von Element of Crime gibt es eben das Stück „Michaela sagt…“

    Kostprobe? „Michaela sagt, egal was man nimmt, hauptsache viel. Und wenn schon endlich mal was los ist, mitten ins Gewühl! Halbe Sachen die erregen höchstens Michaelas Zorn; Michaela sagt, der Regen ist heutzutage nur ganz vorn“. Bei YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=IfRNxX5NxuY

    Und dann kam ich nach Mitternacht in Berlin an – und fand alles wieder klasse. Ein Typ auf dem Skateboard mitten auf der Straße, Leute mit Fahrrädern ohne Licht, vor den Kneipen noch Trubel – einfach Leben eben.