29. Nov. 2007
Ich hab mir gestern im Kunstmuseum Wolfsburg zwei wunderbare Ausstellungen angesehen: „Japan und der Westen – Die erfüllte Leere“ und eine Fotoausstellung von drei japanischen Fotografen.
Es wird dort moderne westliche Kunst traditioneller japanischer Kunst gegenüber gestellt. Eine sehr schöne ruhige, besinnliche Ausstellung. Eindrucksvoll präsentiert.
Der gemeinsame Aspekt, der die Artefakte in Wolfsburg zusammenführt, ist die „Schönheit der Leere“. Während das Phänomen des Minimalismus neben der Abstraktion ein Hauptmerkmal der westlichen Moderne im 20. Jahrhundert bildet, kennt die japanische Kultur die „erfüllte Leere“ und die kunstvolle Einfachheit schon seit dem 12. Jahrhundert und das nicht nur als Ausdruck der Zen-Philosophie, sondern als generelles Prinzip der Gestaltung.“ (Zitat Kunstmuseum, Wolfsburg)
Es wurden viele kleine Räume gebaut, in denen jeweils zwei Werke gezeigt werden, ein japanisches wurde dem westlichen gegenüber gestellt. Man hat ein wenig das Gefühl, durch ein Labyrinth zu gehen. Ungeheuer spannend, dort durch zu gehen, und es war dazu auch noch völlig ruhig, weil kaum Besucher da waren. Aber auch die, die da waren verhielten sich ganz andächtig ruhig.
Hier ein Blick in die Ausstellungshalle: 
Wenn man eintritt, eröffnet sich als erstes ein japanischer Pavillon, den man auch betreten kann.
Hier zwei Beispiele, wie minimalistisch die Räume gestaltet waren:
Es zeigt eine Nô-Maske (Typ ko-omote, Kleines Gesicht). Diese Masken wurden für die Darstellungen der anmutigen, jungen Frauengestalten in Drittspielen, Katsura Nô, geschaffen. Er spiegelt das weibliche Schönheitsideal der Heian-Zeit wieder.
Und eine Installation von Wolfgang Laib: Die fünf unbesteigbaren Berge. Wolfgang Laib wurde in den achtziger Jahren durch seine leuchtenden Rechtecke aus reinem Blütenstaub bekannt.
Hier ein Werk des amerikanischen Künstlers James Lee Byars. Die für Byars zentrale Idee der Vollkommenheit, wie er selber sagte THE PERFECT, drückt sich in Reinheit des Materials und abstrakter Qualität der Formen aus. Perfektion und Vollendung waren sein Motto und bestimmte die Vorstellung seines Denkens, Lebens und künstlerischen Handels, das im Idealfall eine Einheit bildete. (Zitat Kunstmuseum Wolfsburg)
Gegenüber gestellt einem kugeligen Gefäß mit vier Ösen aus der jap. Kofun-Zeit, 5. u. 6. Jhrdt.
Mehr zur Fotoausstellung in einem extra Beitrag.



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