Schlagwort: kunst

  • Museum Folkwang

    08. April 2010

    Neulich war ich im neuen Folkwang-Museum in Essen, dass 1933 zum „Schönsten Museum der Welt“ erklärt wurde. Als Stätte des Sammelns und Vermittelns neuer und neuester Kunst konnte das Museum Folkwang in wenigen Jahrzehnten Weltruf erlangen, weshalb es während des Dritten Reiches zur Zielscheibe nationalsozialistischer Hetzkampagnen wurde.

    Mehr als 1400 Werke sind als „entartet“ gebrandmarkt, konfisziert und zum Teil in alle Welt verkauft worden. Der große Verlust unersetzlicher Bilder und die Zerstörung der beiden Museumsgebäude im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs verwüsteten das Museum Folkwang und seine bedeutende Sammlung so schwer, dass nach 1945 nur noch Ruinen übrig waren. In der aktuellen Ausstellung steht die Rekonstruktion der Sammlung im Mittelpunkt, die von Karl Ernst Osthaus 1902 begründet und kurz nach seinem frühen Tod 1921 nach Essen gelangte, bevor sie von den Nationalsozialisten aufgelöst wurde.

    Dazu gibt es Leihgaben aus Museen zu sehen, die seinerzeit den Ruf des Folkwang-Museum begründeten. Klick hier.DOM_8411

  • Ostkreuzschule und Kunst in Neukölln

    Das war mal wieder typisch: Viele spannende Sachen an einem Abend. Die Vorstellung der Abschlußarbeiten des 3. Jahrgangs der Ostkreuzschule, Konzert mit Kat Frankie und die Erkundung der Neuköllner Kunst- und Galerieszene. Die Folge war eine lange Radwanderung durch Berlin.

    Fangen wir mit dem letzten an: Nachdem nun Berlin-Mitte mit Galerien übersät ist, Prenzlauer Berg schon mit Designerschmuck- und Bioläden kaum mehr freien Platz bietet, Friedrichshain die Künstler wohl noch mit brennenden Autos verschreckt, zieht die Kunstszene eben nach Neukölln. Mir nicht ganz verständlich, hatte ich doch bei meiner gestrigen Tour das Gefühl eher im Niemandsland gelandet zu sein. Es scheint auch noch in der Anfängen zu stecken, denn manches, was ich dort entdeckte war auch eher dem Kunsthandwerk als der Kunst zuzuordnen, und manches als Kunst deklarierte diente doch eher der Partyraum-Ausstattung.

    Von den Arbeiten der Ostkreuzschüler hingegen war ich – mal wieder – schlichtweg begeistert. Bei vielen Arbeiten steht die Auseinandersetzung mit Menschen im Vordergrund, Maren von Kummer begleitet eine Dreizehnjährige ein Jahr auf ihrem Weg aus der Kindheit, Philip Maubach berichtet über eine Boxschule für Jugendliche in Neukölln, André Wunstorf potraitiert Araber in Neukölln, David Wittenburg die Bewohner seines Hauses, Susanne Jakubzik lässt Promis und Penner die Augen schließen und viel Raum zum Grübeln, wie die geschlossenen Augen das Antlitz verändern.

    Tief bewegt war ich von den Portraits von Rebecca Sampson, die Menschen fotografiert hat, die sich wegen Esstörungen in stationärer Behandlung befinden. Selten habe ich Bilder gesehen, in denen Menschen ihr innerstes offenlegen. Wenn dieser klischeehafte Satz, dass das Foto ein Spiegel der Seele ist, passt, dann hier. Diese Hilflosigkeit, die Verzweiflung ist fühlbar. Die Mutter die ihre Tochter im Arm hält, wissend, dass sie mehr nicht tun kann. Die Fotos der übergewichtigen Mutter und ihrer untergewichtigen Tochter lässt einen hilflos und traurig zurück. Sampsons Bilder lassen eine Nähe erahnen, die sie auch bestätigt: Sie hat mit den Menschen gelebt, hat sich Wochen in der Klinik aufgehalten, war den Menschen nahe.

    Hier geht’s zu den Bildern.

    Ausstellung Ostkreuzschule im jüdischen Mädchengymnasium

  • Universität der Künste – Mein Rundgang 09

    19. Juli 2009

    Auf meinem Rundgang beim Tag der offenen Tür an der Universität der Künste habe ich die Studenten auf’s Korn genommen, die in den Räumen die Werke präsentieren und für Fragen der Besucher zur Verfügung stehen. Bitte hier oder auf das Bild klicken!UdK 09

  • Cicero-Galerie

    10. Juli 2008

    Vor einigen Monaten habe ich die „Cicero“-Galerie entdeckt, direkt am Hackeschen Markt. Eine „Galerie für politische Fotografie“, wie sie sich nennt. Das weckte natürlich mein Interesse. Wer tritt mit diesem Anspruch an, und das auch noch in nicht unbescheidenem Umfang? Eine riesige Ausstellungsfläche, beeindruckende Fotografien, deren politischer Anspruch über den tagespolitsiche Tellerrand weit hinausgeht.

    Klar war, das so etwas nicht aus der Portokasse zu finanzieren ist. Dahinter steckt der größte Schweizer Medienverbund, die Ringier-Gruppe.

    In Deutschland sind mir (Medien-) Aktivitäten von Ringier noch nicht weiter aufgefallen, das Lifestyle-Magazin „Cicero“ wird gepusht, aber sonst kannte ich Ringier eben nur als Schweizer Unternehmen, deren u.U. bekanntestes Produkt das „Bild“-Zeitungspendant „Blick“ ist.

    Eine direkte Motivation der Ringier-Gruppe sich hier im Kunstsektor zu engagieren, erschließt sich mir nicht und auch der hiesige Verlagsleiter, Martin Parr, konnte mir da nicht wirklich weiterhelfen. Aber vielleicht bin ich auch zu mißtrauisch, was Aktivitäten von Großkonzernen in Geschäftsfeldern anbelangt, die nicht ausschlißlich die Profitmaximierung im Auge haben. Kann ich mir doch z.B. solche Aktivitäten durch z.B. den Springer-Verlag beim besten Willen nicht vorstellen.

    Die aktuelle Ausstellung „Chelsea Hotel“, mit Fotos von Daniele Dainelli und Cellina von Mannstein ist sehr sehenswert, wenn gleich auch die politischen Intention nicht ganz so groß ist, wie bei den vorangegangenen Ausstellungen über Slumbewohner in Sao Paulo, von Julio Bittencourt, die zwei leerstehende Wohnblocks illegal besetzt hatten und Fotos von Roma und Sinti. Es ist mehr die persönliche Sicht auf ein legendäres Hotel.

    Der wohl legändere ehemalige Leiter des Hotels, Stanley Bard, war auch eingeladen konnte aber wegen seines fortgeschrittenen Alters nicht an der Eröffnung teilnehmen. Er schrieb ein kurzweiliges Grußwort, das zum großen Vergnügen der Besucher von Jan Josef Liefers vorgetragen/interpretiert wurde.

    Hier sind ein paar Eindrücke von der Eröffnung der Ausstellung.

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  • Keine Karnevalsbilder…

    Auf Wunsch eines einzelnen Herren, der mein diesjähriges Karnelvalsbild vermisste, habe ich mich extra in den närrischen Trubel gestürzt. Auch um mal zu erfahren, wie die Preußen Karneval feiern. Meiner Begleitung hatte ich nicht gesagt, was sie erwartet, ich fürchtete, sie hätte meinen Vorschlag angesichts zu erwartender Rumtata-Musik in der Luft zerrissen. Ihr, beim Eintritt in das Etablissement geäußertes, zaghaftes „Ich steh aber eigentlich nicht so auf Fasching“ konnte ich zu diesem Zeitpunkt mit einem dahergelächelten „Ich auch nicht“ gefahrlos übergehen, für einen spektakulären Abgang á la „Ich lasse mir doch nicht vorschreiben, wo ich hinzugehen habe“ ist sie gottseidank nicht der Typ.

    Aber wir wurden auch angenehm überrascht, immerhin gingen wir ja auch nicht in die Düsseldorfer Altstadt, sondern in „Clärchens Ballhaus“, und dem zu folge gab es auch keine Rumtata-Musik, sondern Walzer, Tango, ChaCha und Salsa.

    Hier gibt’s ein paar Eindrücke vom Fastnachtdienstag in Clärchens Ballhaus. Dazu gibts es noch ein paar Aufnahmen aus dem Spiegelsaal von Clärchens Ballhaus, in dem der Küntler Tino Sehgal 2006 im Rahmen der Berlin Biennale eine Performance inszeniert hat. Sehgal benutzt für seine Arbeiten Interpreten, die mit den Besuchern der jeweiligen Ausstellung in Form von Bewegungen, gesprochenen Worten oder Gesang in Kontakt treten.

  • Rudi Meisel

    19. Jan. 2008

    Ein Fotograf, den ich bis heute nicht kannte, aber eben kennengelernt habe: Rudi Meisel. Ich war in der Galerie argus, um mir seine Fotos anzuschauen, und er war zufällig auch grad da. Da hab ich ihn direkt abgelichtet… Ein sehr netter Kollege und großartiger Fotograf. Jedenfalls hab ich in seinen Bildern den Blick für Menschen und Situationen entdeckt, der mir selbst auch so wichtig und wertvoll ist…

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  • Neues Jahr, neue Kunst

    12. Jan. 2008

    Heute gab’s den ersten Ausflug auf die Brunnenstraße im neuen Jahr. Es war der Teufel los. Ich glaub JEDE Galerie hatte ihre Vernissage. Es war RICHTIG voll…

    Ein paar Eindrücke gibt’s,wenn ihr auf das Bild klickt…

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  • Kreuzberger Nächte

    21. Dez. 2007

    Ist schon irre, wer alles seine Waren in Kreuzberger Kneipen anbietet. Ich saß mit einer Freundin bei einem Schoppen Wein, und es kamen im Laufe des Abends vierzehn Menschen oder Gruppen, die ihre Dienste anboten und dafür einen Obulus erwarteten. Im einzelnen:

    -Einer, der seine eigene Musk auf CD verkaufen wollte
    -Drei (!), die Polaroid Fotos von den Leuten machen wollten
    -Einer, der belegte Baguettes anbot
    -Einer, der Brezeln anbot
    -Eine Frau, die Blumen verkaufte
    -Zwei, die ein kostenloses Probe-Abo der SZ, bzw. der FR anboten
    -Zwei Zeitungsverkäufer
    -Ein Duo, die Gitarre spielten
    -Ein Trio mit Gitarre, Schlagzeug und Balalaika (siehe Fotos)
    -Ein Obdachlosenmagazinverkäufer.

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    Vorher waren wir noch auf einer etwas eigenwilligen Vernissage: Die Adresse lautete Sox, Oranienstr. 175. Wir kamen an und trafen auf eine kleine Gruppe von Leuten, die auf dem Bürgesteig standen, neben einem kleinen Tisch mit Sekt und Gläsern. Auf die Frage, wo denn die Ausstellungseröffnung sei, wiesen sie nur auf eine Vitrine, deren Scheibe bemalt war. Nun wurden wir aufgeklärt, dass es, entgegen unserer Annahme, keine Galerie im klasssichen Sine ist, sondern eben eine Vitrine auf der Oranienstrasse, in der regelmäßig Werke ausgestellt werden ( www.sox-berlin.com ) Dieses Werk trägt den Titel: „Das Büfett“. Naja.

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  • Fotoausstellung in Wolfsburger Stadtmuseum

    30. Nov. 2007

    Es gibt im Zusammnenhang mit der unten beschriebenen Ausstellung „Die erfüllte Leere“ eine Fotoausstellung von japanischen Fotografen im Kunstmuseum Wolfsburg. Für mich war die Erfahrung interessant, dass ich die Serie „Seascapes“ (Seestücke) des Fotografen Hiroshi Sugimoto äußerst faszinierend fand, obwohl mich sonst diese Art Bilder eher weniger berühren.

    Es sind schwarz-weiß Fotos auf denen Meeresansichten zu sehen sind, unten Wasser, ober Himmel. Mehr nicht. Keine Schiffe, keine Vögel, nichts. Sie strahlen eine unheimliche Ruhe aus, es verführt dazu innezuhalten, sich die Struktur des Wassers genau anzusehen, sich vorzustellen, was hinter dem Nebel, oder hinter dem Horizont kommt. Eine excellente Weiterführung der gleichzeitig stattfindenden Ausstellung „Die erfüllte Leere“. Sugimoto hat zwischen 1980 und 2002 rund 600 dieser Fotos angefertigt, von der Hälfte sind Abzüge gemacht worden.

    Hier ein Blick in den Ausstellungsraum:
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    Eine weitere Serie des Künstlers ist auch sehr reizvoll: Hier hat Sugimoto Filmtheater und Autokinos fotografiert. Und zwar vom Standpunkt des Filmprojektors aus und als einzige Lichtquelle diente der auf der Leinwand abgespielte Film. Die Belichtungszeit entsprach der gesamten Laufzeit des Filmes. Dadurch wurde die Leinwand strahlend hell.

  • „Die erfüllte Leere“ in Wolfsburg

    29. Nov. 2007

    Ich hab mir gestern im Kunstmuseum Wolfsburg zwei wunderbare Ausstellungen angesehen: „Japan und der Westen – Die erfüllte Leere“ und eine Fotoausstellung von drei japanischen Fotografen.

     Es wird dort moderne westliche Kunst traditioneller japanischer Kunst gegenüber gestellt. Eine sehr schöne ruhige, besinnliche Ausstellung. Eindrucksvoll präsentiert.

    Der gemeinsame Aspekt, der die Artefakte in Wolfsburg zusammenführt, ist die „Schönheit der Leere“. Während das Phänomen des Minimalismus neben der Abstraktion ein Hauptmerkmal der westlichen Moderne im 20. Jahrhundert bildet, kennt die japanische Kultur die „erfüllte Leere“ und die kunstvolle Einfachheit schon seit dem 12. Jahrhundert und das nicht nur als Ausdruck der Zen-Philosophie, sondern als generelles Prinzip der Gestaltung.“ (Zitat Kunstmuseum, Wolfsburg)

     Es wurden viele kleine Räume gebaut, in denen jeweils zwei Werke gezeigt werden, ein japanisches wurde dem westlichen gegenüber gestellt.  Man hat ein wenig das Gefühl, durch ein Labyrinth zu gehen. Ungeheuer spannend, dort durch zu gehen, und es war dazu auch noch völlig ruhig, weil kaum Besucher da waren. Aber auch die, die da waren verhielten sich ganz andächtig ruhig.

    Hier ein Blick in die Ausstellungshalle: !ausstellungshalle

    Wenn man eintritt, eröffnet sich als erstes ein japanischer Pavillon, den man auch betreten kann.

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    Hier zwei Beispiele, wie minimalistisch die Räume gestaltet waren:

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    Es zeigt eine Nô-Maske (Typ ko-omote, „Kleines Gesicht“). Diese Masken wurden für die Darstellungen der anmutigen, jungen Frauengestalten in Drittspielen, Katsura Nô, geschaffen. Er spiegelt das weibliche Schönheitsideal der Heian-Zeit wieder.

    Und eine Installation von Wolfgang Laib: „Die fünf unbesteigbaren Berge“. Wolfgang Laib wurde in den achtziger Jahren durch seine leuchtenden Rechtecke aus reinem Blütenstaub bekannt.

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    Hier ein Werk des amerikanischen Künstlers James Lee Byars. Die für Byars zentrale Idee der Vollkommenheit, wie er selber sagte THE PERFECT, drückt sich in Reinheit des Materials und abstrakter Qualität der Formen aus. Perfektion und Vollendung waren sein Motto und bestimmte die Vorstellung seines Denkens, Lebens und künstlerischen Handels, das im Idealfall eine Einheit bildete. (Zitat Kunstmuseum Wolfsburg)

    Gegenüber gestellt einem kugeligen Gefäß mit vier Ösen aus der jap. Kofun-Zeit, 5. u. 6. Jhrdt.

    Mehr zur Fotoausstellung in einem extra Beitrag.