Cicero-Galerie

10. Juli 2008

Vor einigen Monaten habe ich die „Cicero“-Galerie entdeckt, direkt am Hackeschen Markt. Eine „Galerie für politische Fotografie“, wie sie sich nennt. Das weckte natürlich mein Interesse. Wer tritt mit diesem Anspruch an, und das auch noch in nicht unbescheidenem Umfang? Eine riesige Ausstellungsfläche, beeindruckende Fotografien, deren politischer Anspruch über den tagespolitsiche Tellerrand weit hinausgeht.

Klar war, das so etwas nicht aus der Portokasse zu finanzieren ist. Dahinter steckt der größte Schweizer Medienverbund, die Ringier-Gruppe.

In Deutschland sind mir (Medien-) Aktivitäten von Ringier noch nicht weiter aufgefallen, das Lifestyle-Magazin „Cicero“ wird gepusht, aber sonst kannte ich Ringier eben nur als Schweizer Unternehmen, deren u.U. bekanntestes Produkt das „Bild“-Zeitungspendant „Blick“ ist.

Eine direkte Motivation der Ringier-Gruppe sich hier im Kunstsektor zu engagieren, erschließt sich mir nicht und auch der hiesige Verlagsleiter, Martin Parr, konnte mir da nicht wirklich weiterhelfen. Aber vielleicht bin ich auch zu mißtrauisch, was Aktivitäten von Großkonzernen in Geschäftsfeldern anbelangt, die nicht ausschlißlich die Profitmaximierung im Auge haben. Kann ich mir doch z.B. solche Aktivitäten durch z.B. den Springer-Verlag beim besten Willen nicht vorstellen.

Die aktuelle Ausstellung „Chelsea Hotel“, mit Fotos von Daniele Dainelli und Cellina von Mannstein ist sehr sehenswert, wenn gleich auch die politischen Intention nicht ganz so groß ist, wie bei den vorangegangenen Ausstellungen über Slumbewohner in Sao Paulo, von Julio Bittencourt, die zwei leerstehende Wohnblocks illegal besetzt hatten und Fotos von Roma und Sinti. Es ist mehr die persönliche Sicht auf ein legendäres Hotel.

Der wohl legändere ehemalige Leiter des Hotels, Stanley Bard, war auch eingeladen konnte aber wegen seines fortgeschrittenen Alters nicht an der Eröffnung teilnehmen. Er schrieb ein kurzweiliges Grußwort, das zum großen Vergnügen der Besucher von Jan Josef Liefers vorgetragen/interpretiert wurde.

Hier sind ein paar Eindrücke von der Eröffnung der Ausstellung.

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Kommentare

4 Kommentare zu „Cicero-Galerie“

  1. Avatar von Shael

    die scheinbar minimierte politische intention wird meines erachtens nach so vollends ausgefüllt, überstückt durch die kunstvolle welche (so weit ich es auf den deinen-photos sehen kann)…und somit eine wohl doch „ganz-wurzelnde“ ausstellung in welche du einblicken lässt…

    ich muss gestehen, die cicero-galerie war mir bisher kein begriff…

    die herren zu anfang, die grußworte, die vorlesung,…das „durch-das-weinglaß-dame-ambiente“, die besucher und künstler und verleger die da abgelichtet-eingefangen wurden…nein, leider-leider wars mir noch kein begriff, bisher..

    die nachteule wars^^

    1. Avatar von DomEcke

      Na, das macht ja nix, dann kommst du eben beim nächstenmal 🙂

  2. Avatar von iljos

    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ZUM GEBURTSTAG, lieber Dominique !!!
    Ich wünsche dir ein Lebensjahr voller Freude und Leichtigkeit –
    ich umarme und drücke dich

    Gisela

    1. Avatar von DomEcke

      Wie schön, da danke ich dir aber sehr 🙂

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