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  • Museum „Blindenwerkstatt“ am Hackeschen Markt

    20. März 2010

    Ich bin wieder im Rahmen meines „171museen“-Projekts unterwegs gewesen, und wieder muss ich vorab berichten, was ich erlebt habe. Es gibt am Hackeschen Markt, also mitten in der Touristen-Gegend, ein „Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt“. Auch ich bin schon oft daran vorbei gelaufen, ohne hinein zu gehen. Es liegt in einem Hinterhof am Hackeschen Markt, der sehr frequentiert ist. So gibt es dort ein Cafe, eine Bar, ein Kino und anderes. Schon allein der Hof ist eine Sehenswürdigkeit, mit Streetart versehene Wände und mit Skulpturen bestückte Flächen.

    Nun habe ich vor zwei Tagen an einer Führung durch dieses Museum teilgenommen. Kurz zusammengefasst: Otto Weidt hat im Nazideutschland eine Wekstatt betrieben, in der er Bürsten, Besen, Schrubber und ähnliches herstellte und diese Sachen u.a. auch an die Wehrmacht verkaufte. Da er im Alter immer schlechter sehen konnte, bis zur Blindheit, hat er sich bemüht, Menschen, die ein ähnliches Schicksal hatten wie er, noch eine sinvolle Tätigkeit zu verschaffen. So hat er fast ausschließlich blinde Menschen eingestellt, und, um der immer stärker werdenen Judenfeindlichkeit etwas entgegen zu setzen, eben blinde Juden. Sein Betrieb hatte ca. 30 Mitarbeiter, und sehr lange konnte er diese Mitarbeiter vor den Zugriff der SS schützen. 1943 ging das nicht mehr, zu diesem Zeitpunkt wurden alle, auch die bis dahin in Fabriken und Werkstätten geduldeten Juden abtransportiert, sofern sie sich nicht im Untergrund verstecken konnten.

    Und eine der (nicht blinden) Mitarbeiterinnen von damals, Inge Deutschkron, konnte sich verstecken, überlebte die Nazi-Herrschaft und führt Besucher durch diese Werkstatt, die heute Museum ist. Das geht so unter die Haut, wenn sie aus ihrem Leben erzählt, das ist fast unbeschreiblich. Ich hätte nie damit gerechnet, noch einem Zeitzeugen zu begegnen. Inge Deutschkron ist Jahrgang 1922, hat nach dem Krieg lange Zeit als Journalistin in Tel Aviv gearbeitet und mehrere Bücher über ihre Lebensgeschichte geschieben. Volker Ludwig, der Leiter des Grips-Theaters in Berlin hat eines ihrer Bücher, mit dem Titel „Ich trug den gelben Stern“ für die Bühne adaptiert und zeigt das Stück seit 1988 (!) in seinem Theater.

    Hier ein Foto von Inge Deutschkron vor ihrem Portrait von 1941, im Alter von 19 Jahren, beide Bilder aufgenommen in der Werkstatt von Otto Weidt.
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  • FRÜHLING!!

    18. März 2010

    Die obligatorischen Frühlingsbilder kommen dieses Jahr etwas spät (was nicht an mir liegt) und aus – äh – Frankfurt/Main… Und dieses Jahr habe ich auch Bienchen geknipst 🙂 Aber nicht nur, schaut hier!DOM_2391AA

  • Intern. Tourismus Börse

    12. März 2010

    Eine in der Regel eher langweilige Veranstaltung, auf der sich jedes Land, das bereist werden will, vorstellt, so gut es das kann. Fernweh und Lust auf Reisen bekommt man aber auf jeden Fall in der Halle 21, wo die afrikansichen Staaten versammelt sind. Da gab’s Party, Musik, Büffett und viele tolle Gesichter.

    Oder auch bei den Türken und Südamerikanern, die viel Stimmung und viel farbe in die langweiligen Messehallen bringen.

    Hier ein paar Eindrücke
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  • Neue Portraits

    Henry de Winter Ich melde mich mal wieder, mit einigen neuen Portraits von verschiedenen Eröffnungen. Der opener zeigt Henry de Winter, den gibts hier im Blog schon im Sommeroutfit… Zu den übrigen Bildern geht’s hier

  • Felsenkeller

    Okay, noch eine Geschichte: Ich bin heute nach Kreuzberg gefahren, wollte mir am letzten Tag die Ausstellung über Rio Reiser im Schwulen Museum angucken. War nicht so doll, macht aber nix. War dann noch bei meinem Lieblings-Mexicaner Fajitas essen und bin dann ins nahegelegene Yorck-Kino. Der Film heisst „Boxhagener Platz“ ein tatsächlich existierender Platz, der im Ostteil Berlins liegt, gleich bei mir um die Ecke in Friedrichshain. Heute ein beliebter Treffpunkt für alle möglichen Leute; Wochen- und Flohmärkte finden dort statt. Ein wunderbar unaufdringlicher Film, keine Specialeffects, keine bemühten Witze á la „Sonnenalle“, eine Zustandsbeschreibung der Situation um 1968 in der DDR. (Aber wieso guck ich mir „Boxhagener Platz“ in Kreuzberg an?? Frevel!!)

    Und dann noch in den Felsenkeller… Meine Lieblingskneipe, leider in Westberlin gelegen, nicht so nah, dass ich so oft hinkönnte, wie ich wollte. Aber wenn ich da bin, immer sehr kommunikativ. (Für die Frankfurter unter Euch: Es gibt Berlin, Westberlin und Spandau).

    Ok, aber der Felsenkeller: Eine Mischung zwischen Wohnzimmer und Kneipe mit Familienanschluß, wenn gewünscht. Seit 18 Jahren in der Hand von Michaela, die auch für das leibliche Wohl sorgt, aber nicht allzu offensiv: Die Speisekarte gibt es nur mündlich. Das schafft Improvisationsmöglichkeiten, und wenn zuviel Gäste gleichzeitg etwas bestellen, geduldigt man sich etwas, denn das Kontingent in der Küche ist beschränkt. Aber das warten lohnt sich, denn erstens ist es einfach nur lecker und zweitens ist es keine Kantine, sondern fast schon eine „Begegnungsstätte“, in der man die Warte-Zeit mit Gesprächen überbrücken kann.
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  • 171 Museen, eine schöne Geschichte

    Wie ich schon schrieb, möchte ich alle 171 Museen Berlins besuchen, und mit einem Portrait bebildern. Ich bin auch fleißig dabei, aber noch auf der Suche nach einem durchgängigen Konzept. Aber es gibt auch schon Highlights zu berichten. Am Sonntag wollte ich mir im Schloß Charlottenburg die Ausstellung zu Königin Luise anschauen. Ohne Hintergedanken bzgl. meines Projekts, denn in den Schlössern Berlins ist fotografieren generell verboten. Und bevor ich mich da um eine Genehmigung bemühe, mach ich erst mal die anderen 160 Museen. Aber wie ich da so durch das Entree auf das Schloß zu gehe, sehe ich eine Frau lässig an der Außenwand gelehnt stehen, mit einer Tasse Kaffee in der Hand. Mein Spürsinn sagt: Sie arbeitet dort, und macht gerade eine Kaffepause. Ich sprech sie an, frage sie – und Bingo! Eine wunderbare Begegnung mit Gudrun, die lange im öffentlichen Dienst beschäftigt war und jetzt zweimal in der Woche im Schloß Charlottenburg arbeitet, zum einen um ihre Rente aufzubessern, aber auch um in Kontakt zu Menschen zu bleiben, und um ihre Englischkenntnisse zu pflegen…

    Sagte ich schon, dass ich Berlin so liebe, weil man dort immer wieder tollen Menschen begegnet?DOM_9894DOM_9903

  • Der Sinn des Lebens

    Manchmal, wenn man nach durchzechter Nacht, einsam am Computer sitzt (nachdem man von der Wirtin des „Felsenkeller“ gehört hat, dass sie weder einen Computer braucht, noch besitzt), und über den Sinn des Lebens nachdenkt, kriegt man schnell neuen Lebensmut, wenn man aufs Klo geht und dort die Silberfischchen über die blanken Fliesen flitzen sieht, und sich vergegenwärtigt, dass die auch nicht viel darüber nachdenken, warum sie das tun. Sie tun es einfach. Und wenn sie nicht von mir plattgetreten werden, tun sie es auch morgen noch. Da soll noch jemand sagen, Silberfischchen seien Ungeziefer.

  • 171

    Neulich las ich in einer Zeitung, dass es in Berlin 120 Museen gibt. Da dachte ich mir: Schau sie dir doch mal alle an. Ich recherchierte und fand eine Liste mit 171 Museen. Dann dachte ich, dass man ja aus diesem „Anschauen“ auch ein Projekt machen könnte. Ein Foto von jedem Museum, dass ich besuche. Mit einem Menschen drauf. Erst hatte ich die Idee, immer einen Museums-Wärter zu fragen, ob er vielleicht ein Lieblingsbild hat und sich vor diesem fotografieren lassen will. Dann die Idee, Ausstellungsbesucher zu fragen, ob sie ein Lieblingswerk haben. Und heute war ich zur Inspirierung im Schloß Schönhausen und geriet unvorhergesehen in eine sehr interessante Führung. Und spontan fragte ich den Führer (gibt’s nicht ein anderes Wort für jemanden, der eine Führung macht?) ob er sich ablichten lassen wolle. Er wollte. Und so stellte ich ihn in das Badezimmer des Schlosses Schönhausen, dass seinerzeit Sommerresidenz der Königin Elisabeth Christine (1740-1797), später dann Sitz des ersten Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck, und noch später das Gästehaus der DDR-Regierung war. Und noch später, als letzter Staatsgast, diesmal bereits der BRD, saß 1991 Königin Beatrix auf der Toilette.

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    Wobei dieses Bild natürlich nicht für ein 1740 gebautes Schloß repräsentativ ist. Vielleicht wäre so ein Bild besser:

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  • Corinna Harfouch bei Thürmanns

    Weiter geht es in der Reihe ‚Interessante Begegnungen in Berlin‘: Ich war heute im Schloß Schönhausen und hab Inspiration gesucht (und gefunden). Anschließend noch bei Thürmanns eine Soljanka gegessen und die beiden Damen neben mir gefragt, ob sie mal kurz meine Sachen im Auge behalten können – musste mal kurz weg… Klar sagten sie, kein Problem – und da erkannte ich die großartige Corinna Harfouch. Hatte ich schon erwähnt, was mir an Berlin so gefällt? Genau, die vielen überraschenden und unkomplizierten Begegnungen mit unbekannten und bekannten Menschen

    Corinna Harfouch, Foto: FotoEcken

    Thürmanns ist übrigens keine tolle Galerie sondern ein ganz normales Cafe…)

  • Camera Work: Andreas Mühe

    Mal wieder ein paar „Pictures at an exibition“. In der Charlottenburger Galerie CameraWork gab es die Eröffnung einer Ausstellung mit Werken von Andreas Mühe. Einige Portraits der Besucher von mir gibt es hier.

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