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  • Ostkreuz im Wandel

    22. September 2009

    Hier ein paar Bilder vom alten Ostkreuz, einem S-Bahn-Knotenpunkt in Berlin aus der vorvorigen Jahrhundert, der seit Jahren verfällt. Deswegen auch gerne „Rostkreuz“ genannt. Seit drei Jahren laufen dort Umbauarbeiten, die bis 2016 andauern und die aus dem alten Schätzchen eine völlig anderen Bahnhof machen werden. Modern, wie der der Hauptbahnhof und Südkreuz. Die ersten neuen Bahnsteige wurden jetzt fertiggestellt und dafür die alten stillgelegt, bevor bald die Abrißbirne kommt. Das ist zwar einerseits schade, weil die alten Anlagen doch sehr charmant waren, auf der anderen Seite ist es nun mal ein Bahnhof und kein Museum. Hier geht’s zur Galerie.
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  • Lauter nette Leute…

    Ich glaub, der lang anhaltende Spätsommer zaubert den Leuten Freundlichkeit in die Seele, oder wohin auch immer:

    So hab ich beim Bäcker Brot gekauft, aber hatte zu wenig Geld bei. Sagt die Verkäuferin: „Das macht doch nichts, nehmen Sie’s nur mit, den Rest können Sie mir morgen vorbei bringen…“ Wäre ich Stammkunde, könnt ich’s ja verstehen, aber ich geh selten zum Bäcker…

    Dann ließ ich mir einen Schlüssel nachmachen. War von einer Schließanlage, normalerweise muss man den bestellen. Kostet viel und dauert lang. Aber der Schlüsselmann machte ihn mir so, für 14,50 Euro (billig für so eine Art Schlüssel). Der passte aber nicht, ich also mit Schloß und Schlüssel zurück in den Laden. Sagte seine Frau: „Setzen Sie sich mal hin, der Herr Streuber macht das schon.“ Na, dann saß ich da und wir quatschen wie alte Bekannte: Über ihre Erlebnisse, die sie so hat, wenn sie aus dem Schaufenster guckt (Autofahrer, die sich um Parkplätze streiten, Polizeieinsätze, weil der Laden nebenan überfallen wurde, verrückte Teenager auf’m Fahrrad und all so Sachen), über ihren Laden, der jetzt 100-jähriges Jubiläum feiert, und jetzt hat ihn der Sohn übernommen, und – natürlich – über Krankheiten – „Ich hab hier ’n Schlauch unter der Haut, der mein Hirnwasser in den Magen ableitet – können Se fühlen – fühlen Se mal! Mir ist nämlich 1999 ne Ader im Kopf geplatzt, man, dat war knapp, kann ich Ihnen sagen…“ Na, und währenddessen feilte der Herr Streuber meinen Schlüssel passend, und ich konnte beglückt gehen, viel zu früh, wie mir schien, die Geschichte von dem Schlauch unter der Haut war noch gar nicht zu Ende…

    Da holte ich mir noch zwei Kugeln Eis in der Eisdiele und jetzt hatte ich aber nur einen 50-Euro-Schein in der Tasche… „Hamses nich kleiner?“ – „Nee, leider nicht!“ – „Ja, dann kommn se doch morgen oder übermorgen oder bei Gelegenheit vorbei, und bringen das Geld, ich kann jetzt nicht wechseln…“ In der Eisdiele war ich noch nie…

    Und dann noch die Erfahrung, dass sich Beharrlichkeit auszahlt: Eine renommierte Berliner Fotogalerie hat mich engagiert (also um in der Galerie zu fotografieren, nicht um auszustellen) so fallen meine vielen Ausstellungsbesuche und die Bilderserien davon auf fruchtbaren Boden…

  • 24h Berlin

    Genialer Film. 24 Stunden lang. Und wäre ich heute nicht von Berlin nach Düsseldorf gefahren, hätte ich wahrscheinlich alles gesehen.

    Heute (05.09.09) läuft seit 6:00 im TV (arte und rbb) das Projekt 24h Berlin. Vor genau einem Jahr, am Freitag, den 05.09.2008 sind 80 Kamerateams in Berlin unterwegs gewesen und haben die verschiedensten Alltagsgeschichten gefilmt, und aus dem Material (insgesamt 720 Stunden) wurden in einem Jahr Postproduction ein 24 Stunden Programm montiert, dass in Echtzeit noch bis zum frühen morgen, 6 Uhr läuft.

    Ich liebe sowas. Lauter Geschichten von Leuten, für die das alles Alltag ist. Nachtschicht im Krankenhaus, DJ’s im Club, die alte Frau, die jeden Abend alleine verbringt. Ein krebskranker Mann, der nicht mehr lang zu leben hat. Die Frau von der Telefonseelsorge; Ali, der Rapper, der mit seinen Freunden am Alex rumhängt. Die Bäcker der Großbäckerei Kamps, der Sternekoch, die 23-jährige Hure im Bordell, die gerade Pause macht und aus dem Nähkästchen plaudert (3:50), der Mann im Gefängnis, der lebenslang für einen Mord gekriegt hat, die Ärztin in der Notaufnahme der Charite. Leute die am Abend noch im Badeschiff schwimmen. Impressionen aus dem Leben, wie es jeden Tag um einen herum pulsiert. Es ist ein bisschen wie Blog lesen, eben nur in bunt…

    Aber auch Geschichten von Künstlern, seien es bürgerliche wie Barrenboim, oder Szenekünstler wie Gloria Viagra, Paul von Dyck, der DJ, der die ganze Welt bereist, oder der Regierende, die alle ihren Auftritt hatten.

    Viele Orte, die ich kenne. Die Kiosk an der S-Bahn Frankfurter Allee, der Club Berghain, das Ostkreuz, der Club an der Warschauer Straße,

    Lustig: Das Kind, dessen Geburt gerade im TV lief, ist jetzt exact ein Jahr alt.

    Ich hab heute morgen um 9 Uhr den Fernseher angemacht und ihn nebenbei laufen lassen, leider musste ich dann unterbrechen, weil ich nach Düsseldorf gefahren bin, aber seit ich dort angekommen bin, sitze ich gebannt vor der Glotze. Also seit ca. 18 Uhr. Jetzt ist gerade 3:30

    Und es passiert eher selten, dass ich ausschließlich TV gucke, meinst mache ich noch irgendetwas nebenbei. Aber dieser Film ist so interessant, dass ich mich mal auf die Couch gesetzt hab, um ihn mir anzuschauen. (Was meine Tochter zu der Frage veranlasste, was ich denn da mache, ob mein Computer kaputt sein ;-))

    Schade, gleich ist es vorbei, der Zeitungsverkäufer sortiert seine Zeitungen (4:15), am Ostkreuz ist schon wieder Betrieb und ich mach mir mal einen Kaffee 🙂

  • Für ein besseres Leben

    18. August 2009

    Man kann Begegnungen eben nicht voraussehen. Ich war mit dieser jungen Dame unterwegs um Fotos zu machen. Wir standen mitten auf der Fennstraße, wo Bayer „Science for a better life“ propagiert, als die beiden Frauen vorbeigingen und sich köstlich amüsierten, über das, was wir dort trieben. Meiner Einladung, doch an dem Fotoshooting teilzunehmen, wollten sie nicht folgen, aber gegen einen Schnappschuß hatten sie auch nichts einzuwenden…IM1Y2510_b

  • Henry de Winter – Sänger

    07.08.09

    Henry de Winter

    Ich traf ihn in der Emerson Gallery, beim 4. Sommerfest der internationalen Kunst.

  • Ostkreuz

    04. August 2009

    Das Ostkreuz, ein 1882 erbauter Umsteigebahnhof für die S-Bahn wird z.Zt. erneuert. Die Umbauzeit beträgt ca. 10 Jahre und soll 2016 abgeschlossen sein. Dann wird es ein hochmoderner Bahnhof sein, und all das mystische, spannende, interessante und faszinierende wird weg sein. Eigentlich war ich dort, um die Architektur zu fotografieren. Aber, was soll ich sagen… Die Gesichter des Bahnhofs sind faszinierender. Mehr Bilder hier.zur Galerie klicken

  • Marie in Pankow

    26. Juli 2009

    Die Aufnahmen entstanden in einem altem Lokschuppen in Pankow. Marie ist die Tochter eines Freundes. Mehr Fotos hier.© fotoecken.com

  • Universität der Künste – Mein Rundgang 09

    19. Juli 2009

    Auf meinem Rundgang beim Tag der offenen Tür an der Universität der Künste habe ich die Studenten auf’s Korn genommen, die in den Räumen die Werke präsentieren und für Fragen der Besucher zur Verfügung stehen. Bitte hier oder auf das Bild klicken!UdK 09

  • Corali im Materna-Tunnel

    Ein unwirklicher Ort, ein Straßentunnel, der unter einem Stahlwerk hinduch führt.

    Cora im Materna Tunnel Cora im Materna Tunnel

    Cora im Materna Tunnel

  • Spektakel am Potsdamer Platz

    16. Juli 2009

    „Entdecke eine neue Dimension für dein Leben!“ – „Ich war am Boden, völlig down, habe Alkohol getrunken, gekifft, und war am Ende Heroinsüchtig. Aber Jesus hat mich aus dem Loch geholt, Jesus hat das Wunder vollbracht, dass ich von einem auf den anderen Tag wieder clean war und das Leben für mch neuen Sinn bekam.“

    Mit solchen und ähnlich markigen Sprüchen warb eine Gruppe junger Leute am Potsdamer Platz im Stile amerikanischer Prediger  für ihren Glauben. Durchaus ansprechend gemacht mit Hip-Hop, Rockmusik, und viel (inszenierter?) guter Laune und Stimmung. Da blieben nicht nur die beiden jungen Christinnen stehen und lauschten, auch die Dame die ich fälschlicherweise als Touristin einschätzte, weil sie mit Rucksack  und Eistüte am Potsdamer Platz stand und dem Treiben zusah. (Ich vermutete in ihr eine Touristin, weil die Berliner sich doch eher selten an Touriplätzen wie dem Potsdamer Platz aufhalten. Aber die Dame kam aus dem in der Nähe gelegenen Ibero-Amerikanischen Institut – und das passte dann auch viel besser zu ihr, wie ich fand). Und die chinesischen Studentinnen hielten das Treiben mit ihren Videokameras fest. Ob sie von Marcel, dem eifrigen Werber in Sachen Jesus denn erfolgreich bekehrt worden sind, konnte ich nicht ausmachen, Berührungsängste hatten die Jesusjünger jedenfalls nicht, sprachen sie doch unumwunden die Zuschauer an, verkündeten ihre Botschaft und forderten sie auf,  an Gebeten, die der Entertainer laut über den ganzen Platz von sich gab, teilzunehmen.

    Sei’s drum, mir ist (fast) jeder Anlass recht, um die vielen Interessanten Menschen zu beobachten, die sich auf den Straßen und Plätzen Berlins finden lassen. Ich habe Marcel erklärt, dass ich, wenn ich glaube, doch lieber an mich selbst glaube und habe viele schöne Fotos gemacht: Bitte hier klicken!